Eine Namensänderung, die klar machen sollte: Der V8 war kein Zwilling der kleineren Audi-Modelle – schließlich bestanden 90 Prozent der Teile der anfangs 184 kW/250 PS und später bis zu 206 kW/280 PS starken Oberklasselimousine aus Neukonstruktionen. „Aufstiegskandidat“ oder „Auf höchstem Niveau“ lauteten denn auch die treffenden Schlagzeilen, mit denen die Motorpresse das neue Ingolstädter Spitzenmodell würdigte. Im Grundpreis von rund 100.000 Mark eingeschlossen waren edle Lederpolster, Aluräder im damals stattlichen 7,5x15-Zoll-Format, ein High-End-Soundsystem und eine Klimaautomatik.
Andererseits war der Audi V8 deshalb deutlich teurer als ein zwar bescheidener ausgestatteter, aber imagestarker Mercedes 500 SE. Zuviel Geld für zu wenig Prestige, entschieden die meisten Luxusklasse-Käufer spätestens nach dem Studium der Audi-Preisliste. Und so blieben die V8-Verkaufszahlen über 50 Prozent hinter den ursprünglich kommunizierten Absatzzielen zurück.
Audi wird zur Premiummarke
Die beiden Achtzylindermaschinen zeigten sich auf Langstrecken jedoch sparsamer als der Wettbewerb, allerdings immer noch mit Verbrauchswerten von 14 bis 17 Liter pro 100 Kilometer. Wie bei Mercedes galten Laufleistungen von über 400.000 Kilometer ohne Motorrevision bei den V8 als normal, wobei die Ersatzteil- und Wartungskosten ebenfalls Oberklasseniveau hatten. Kosten, die von den meisten Kunden bereitwillig akzeptiert wurden, zumal mit Markteinführung des V8 die ersten Audi-Vertriebszentren an den Start gingen. Der bis dahin lange Zeit gemeinsame Vertrieb mit Volkswagen unter VAG-Signet wurde aufgegeben und Audi durch eigene Händler zur Premiummarke des Wolfsburger Mutterkonzerns befördert.
Vom V8 verkaufte Audi in sechs Jahren insgesamt nur rund 21.000 Autos, von denen erstaunlich viele bis heute überlebt haben. Kein Wunder, dass die Kundenzufriedenheit bei V8-Fahrern von Beginn an Bestwerte erreichte.
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