Wertentwicklung 25 Jahre DOX: Oldtimerpreise hieb-und stichfest dokumentiert

Von Steffen Dominsky 5 min Lesedauer

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Die Oldtimer-Preise in Deutschland sind 2024 geringfügig gestiegen. Der Deutsche Oldtimer-Index (DOX), den der Verband der Automobilindustrie (VDA) jährlich veröffentlicht, erreichte zum Stichtag 1. Januar 2025 einen Punktestand von 2.985. Ein erneuter Zuwachs gegenüber dem Vorjahr, der jedoch unter der Inflationsrate liegt.

Auch wenn viele Oldtimer keine Goldgrube sind: Ein Draufzahlgeschäft waren sie aus Anlegersicht in den letzten 25 Jahren aber auch nicht, wie der DOX dokumentiert.(Bild:  VDA)
Auch wenn viele Oldtimer keine Goldgrube sind: Ein Draufzahlgeschäft waren sie aus Anlegersicht in den letzten 25 Jahren aber auch nicht, wie der DOX dokumentiert.
(Bild: VDA)

Die Preise für ausgesuchte Oldtimer sind im vergangenen Jahr nur leicht gestiegen. „Leider“, wie Oldie-Besitzer sagen würden, „Gott sei Dank“, wie Kaufinteressenten kommentieren würden. Wie dem auch sei. Der Deutsche Oldtimer-Index,kurz DOX, den der Verband der Automobilindustrie (VDA) jährlich veröffentlicht, dient als aussagekräftiges Barometer der Branche und möchte eine Trendaussage über die Wertentwicklung von Oldtimern in Deutschland geben. Die entsprechenden Fahrzeugwerte ermittelt der Bewertungsspezialist classic-analytics. Die Fahrzeugauswahl umfasst 88 Fahrzeuge und stellt eine repräsentative Auswahl dar bei der regelmäßig neue Ü-30-Fahrzeuge einbezogen werden. Fahrzeuge, die aufgrund ihrer Seltenheit oder ihrer Geschichte besonders hoch gehandelt werden, berücksichtigt der DOX, der seit 1999 erscheint, dagegen nicht.

Ausgehend von einem Basiswert von 1.000 Punkten hat der Index eine Wertsteigerung bei OIdtimern in Deutschland von 198 Prozent dokumentiert. Zum seinem 25-jährigen Jubiläum hat der VDA den Index in drei Betrachtungszeiträumen untersucht und ausgewertet. So stellt sich der DOX zum Stichtag 1.1.2025 als stabil und „unauffällig“ dar. Heißt: 2024 sind die Preise im Mittel lediglich um 1,85 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die Top 10-Fahrzeuge haben sich im Mittel mit einer Steigerung jedoch um 18,5 Prozent deutlich verteuert. Die zehn Fahrzeuge mit der schlechtesten Entwicklung sind im Mittel in den Preisen um 4,4 Prozent gesunken.

Die diesjährigen Gewinner und die Verlierer

Bei Betrachtung der Top 10 fällt der überproportionale Anteil der Fahrzeuge aus ausländischer Produktion auf. Ein Grund dafür ist die stabile Entwicklung der Fahrzeuge aus Deutschland auf hohem Niveau. Demgegenüber werden Fahrzeuge aus dem Ausland selten und oft nicht so hoch im Preis gehandelt und gewinnen somit möglicherweise an Attraktivität und Erreichbarkeit, so der VDA. So sind in den Top 10 sechs Fahrzeuge aus dem Ausland vertreten. Wenn auch bei geringer Stückzahl und Gängigkeit sticht der Matra Bagheera aus Frankreich mit 98,6 Prozent Zuwachs ins Auge, gefolgt vom Ford Taunus 20 M (23,8 Prozent), dem Renault R4 5TL (12 Prozent), dem Opel Rekord C 1700 mit 11,4 Prozent und dem Ford Capri I 2000 GT (11,1 Prozent). Mit 9,2 Prozent steht der Toyota MR-2 auf Platz sechs, gefolgt vom VW W181 Kübel (6,9 Prozent), dem Buick Riviera (4,9 Prozent), dem Ferrari 328 GTS (3,7 Prozent) und dem Triumph Spitfire 1500 (3,6 Prozent).

Die zehn Fahrzeuge mit der geringsten Wertentwicklung führt der BMW 2002 an (-9,1 Prozent), gefolgt vom VW Käfer 1303 (-6,5 Prozent), der neuen Klasse von BMW (-6,1 Prozent), dem VW-Porsche 914 2.0 (-5,4 Prozent) und dem Porsche 356 1600 SC (-4,8 Prozent). Weniger starken Abrieb hatten – mit Ausnahme des Opel Admiral 2800 (-1,7 Prozent) – Klassiker aus ausländischer Fertigung: der MGB MK III (UK, -4,6 Prozent), der Austin Healey MK III (UK, -3,1 Prozent), Ford Thunderbird Cabrio (USA, -2 Prozent) und Chevrolet Corvette (USA, -0,7 Prozent).

2019 bis 2024: Steigerung des DOX um 21,7 Prozent

In den letzten fünf Jahren, die von Corona und Inflation geprägt waren, hat sich der Wert aller Fahrzeuge um 21,7 Prozent gesteigert, was in etwa der Inflation entspricht. Die Top 10 haben sich im Mittel mit 84,2 Prozent entwickelt, die zehn Fahrzeuge mit der schlechtesten Entwicklung sind im Mittel in den Preisen um 5,7 Prozent gesunken. In den Top 10 finden sich mit dem Ford Capri 2000 GT (+122,2 Prozent), dem Matra Bagheera (+98,6 Prozent), den Volkswagen K70 L (+92,7 Prozent) und Passat I LS (+92,7 Prozent) sowie dem Ford 20 M (+85,7 Prozent) bekannte Kandidaten. Ihnen folgen der VW 412 L (+76,5 Prozent), der Trabant P 601 (+75 Prozent), der Mercedes W123 300 D (+73,5 Prozent), der Opel Rekord C 1700 (+62,5 Prozent) und der Toyota MR-2 (+62,5 Prozent) aus japanischer Fertigung.

Die 10 Fahrzeuge mit der geringsten Wertentwicklung in dem Fünfjahreszeitraum sind der Porsche 356 1600 C Coupé (-11,1 Prozent), der BMW 3,0 CSI (ebenfalls -11,1 Prozent), der Austin Healey 3000 MK III (-7 Prozent), der Jaguar XJ 6 4,2 (-5,6 Prozent), sowie der Fiat 500 F (-5,6 Prozent). Es folgen: der VW-Porsche 914 2.0 (-5,4 Prozent), der Jaguar E-Type V12 S3 Cabrio (-4,3 Prozent), der Buick Riviera (-3,5 Prozent), das Ford Thunderbird Cabrio (-2 Prozent) und der Alfa Romeo 2000 GTV (-1,3 Prozent).

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1999 bis 2024: Sonder-Auswertung zum 25-jährigen Jubiläum

Seit Erhebung des DOX hat sich der Markt prächtig entwickelt. Ausgehend von geringer Beachtung und Bewertung sind starke, relative Steigerungen zu messen. So hat der Index im Mittel jährlich rund 5,6 Prozent zugelegt. Die Top 10-Fahrzeuge über diese 25-jährige Laufzeit sind verständlicherweise andere als bei anderen Betrachtungszeiträumen. Sie haben mit 8,2 Prozent deutlicher zugelegt als die schlechtesten Fahrzeuge, die über diesen Zeitraum eine jährliche Steigerung von 2,1 Prozent erreicht haben.

Die Top 10 werden angeführt vom BMW 3er (E21, 320/6) mit einem Zuwachs von 691 Prozent. Es folgen der Mercedes W198 300 SL-Coupé (+689,5 Prozent) und die Volkswagen- Modelle VW Bus T2 (+687,5 Prozent) und Käfer 1300 (681 Prozent). Dahinter: der Mercedes W123 300 D (672,7 Prozent), der Ford Escort 1100 S (580 Prozent), der Citroen 2 CV (575 Prozent), der VW 412 L (552,2 Prozent), der Ford Capri 2000 GT (545,2 Prozent) und der BMW 735 i (E23), der um 527,6 Prozent stieg.

Die zehn Fahrzeuge mit der geringsten Wertentwicklung im Betrachtungszeitraum führt der Rolls Royce Silver Shadow I mit 51,7 Prozent an. Ihm folgen die offenen Fahrzeuge Austin Healey 3000 MK III (52,7 Prozent), Ford Thunderbird (56,3 Prozent), MGB MK III (57,1 Prozent) und Triumph TR6 (US- Version, 65,5 Prozent). Dahinter folgen der Volvo P544 (71,7 Prozent), der Buick Riviera (72,8 Prozent) und drei weitere offene Modelle: der Fiat 124 Sport Spider (75,8 Prozent), der Mazda MX5 (91,5 Prozent) und der Cadillac Eldorado (100 Prozent).

Der DOX wird von Fahrzeugen geprägt, die keine Rekordsummen bei Versteigerungen erzielen. Gleichwohl ist deren Wertzuwachs zumindest prozentual oftmals eindrucksvoll. Gemessen an den Kosten für etwa Versicherung, Lagerung, Instandhaltung oder Restaurierung relativiert sich der Zuwachs jedoch sehr deutlich. Nach Angaben von classic-analytics stellt sich die aktuelle Marktsituation stabil dar. Zu bedenken ist: Die Bewertungsveränderungen können nur eine Orientierung sein. Der Einfluss der Menge gehandelter Fahrzeuge eines Modells und die Relation zur langfristigen Preisentwicklung sind prägende Faktoren. Ein leichter Preisabrieb nach überproportionaler Entwicklung ist nachvollziehbar und stellt nicht automatisch einen Trend dar. Entscheidend sind eine differenzierte Betrachtung und Bewertung des Fahrzeugzustandes durch einen Experten auf der einen Seite und den Käufer auf der anderen Seite, dem das Modell den entsprechenden Wert darstellt.

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