25 Jahre Opel Calibra: Schnell und erfolgreich

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Anders als beim 1988 eingeführten Vectra wurde der Calibra sofort zur internationalen Modellbezeichnung für den schnellen Zweitürer. In Australien wurde das Coupé als Holden Calibra, in Großbritannien als Vauxhall Calibra und in Südafrika als Chevrolet Calibra vermarktet. Allein die europäische Nachfrage übertraf die Erwartungen so deutlich, dass der Manta-Erbe mit den weltweit flachsten Serienscheinwerfer in Freiformtechnik der Vor-LED-Ära nicht nur in Rüsselsheim, sondern ab 1991 zusätzlich im finnischen Valmet-Werk in Uusikaupunki gebaut wurde.

Cabrio schafft es nicht in die Serie

Dort entstand sogar ein Calibra Cabrio, eine Kür, die sich Valmet als Cabriolet-Spezialist nicht nehmen lassen wollte. Umso größer die Enttäuschung vieler Frischluftfans, dass es der nach oben offene Calibra nicht in die Serienproduktion schaffte. Dafür setzte der Volkssportler durch verblüffend viele Varianten Zeichen. Gab es die meisten Rivalen nur mit einer oder zwei Motorisierungen, stand das Opel Coupé mit verschiedenen Motoren, Getrieben und wahlweise sogar mit 4x4-Antrieb im Angebot.

Das Grundmodell mit 85 kW/115 PS gab es bereits für bescheidene 33.900 Mark, nicht viel mehr als VW für seinen betagten Scirocco berechnete und 8.000 Mark weniger als etwa ein Toyota Celica kostete. Der 110 kW/150 PS leistende Calibra 2.0i 16V ließ mit 223 km/h Höchstgeschwindigkeit sogar weit leistungsstärkere Maserati im Rückspiegel verschwinden, während beim Top-Calibra dank Turboaufladung 150 kW/204 PS unter der lang gestreckten Haube arbeiteten.

Allradtechnik war beim Turbo Standard, imaginäre Burnouts in die Köpfe mancher Porsche-944-Piloten brannte er aber durch eine Höchstgeschwindigkeit an der 250-km/h-Schallmauer. Gerade 6,8 Sekunden gönnte sich dieser „2.0i 16V turbo 4x4“ bis zum Passieren der 100 km/h-Marke, weniger als ein Corrado VR6, dafür einen Tick mehr als der neue Vierzylinder-Porsche 968. Für prestigebewusste V6-Fans war dagegen ab Mitte 1993 der Calibra 2.5i verfügbar, dessen 125 kW/170 PS freisetzender Benziner tatsächlich den einen oder anderen früheren Opel-Monza-Fahrer begeisterte.

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Coupés vor zu schnellem Altern zu bewahren, ist eine besondere Kunst. Beim Calibra fiel Opel dies leicht, gilt sein Design doch bis heute als zeitlos elegant. So genügten regelmäßige kleine kosmetische und technische Korrekturen sowie regelmäßig neu aufgelegte Sondermodelle, um den sportlichen Imageträger begehrenswert zu halten.

Kein echter Nachfolger

Als im Frühjahr 1997 die letzte limitierte Edition zu den Händlern fuhr, hatte der windschlüpfrige Dreitürer seine zeitgenössische Coupé-Konkurrenz längst überlebt. Was die Fangemeinde des Calibra beim Abschied ebenso wenig tröstete wie die neue Rüsselsheimer Sportmannschaft. Spielte diese doch vorläufig ausschließlich in der Kleinwagen- und Kompaktklasse unter Namen wie Tigra und Astra. Den Kultstatus des Calibra konnte dies nur beflügeln.

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