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25 Jahre Opel Calibra: Schnell und erfolgreich

| Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Neuer Name, neues Glück: Als Nachfolger legendärer Opel Coupés wie Manta und Monza wurde der Calibra zum sportlichen Imageträger – und beschleunigte Opel zu verblüffenden Absatzerfolgen.

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Der Opel Calibra debütierte 1989.
Der Opel Calibra debütierte 1989.
(Foto: Opel)

„Das schönste Auto überhaupt!“ Dieser enthusiastische Kommentar über einen Coupé-Debütanten auf der IAA 1989 galt nicht etwa dem exorbitant teuren Klappscheinwerfer-Keil BMW 850i oder der jüngsten Ferrari-Kollektion, sondern einem erschwinglichen Rüsselsheimer Familiensportler.

Im kleinen Schwarzen enthüllte die damalige Tennis-Königin Steffi Graf sichtlich begeistert den Opel Calibra und die anwesende Weltpresse applaudierte ähnlich lange wie einst bei der Vorstellung des „Nur-Fliegen-ist-schöner“ Opel GT. Tatsächlich teilte sich der Calibra nicht wenige Charakteristika mit diesem ersten bezahlbaren Ballroom-Blitz im Supersportwagen-Dress. Vor allem aber hatten GT und Calibra einen gemeinsamen Vater für ihre verführerischen Formen, zeichnete doch jeweils Opel-Chefstilist Erhard Schnell für das dynamische Design mitverantwortlich.

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Während allerdings der zweisitzige GT von 1968 noch auf dem kleinen Kadett B basierte, nutzte der viersitzige Calibra bereits das stattliche Mittelklasse-Modell Vectra A als Plattform. Schließlich sollte der Calibra in erster Linie der Manta-losen Zeit ein Ende machen und später mit Sechszylinder-Motoren sogar einen Ersatz für den verflossenen Monza bieten.

Beides gelang dem Calibra auf verblüffend erfolgreiche Weise. Mit knapp 240.000 Einheiten erreichte das bis 1997 gebaute Heckklappen-Coupé zwar nicht die Stückzahlen des Manta, im Umfeld von Wettbewerbern wie Ford Probe, Volkswagen Corrado, Nissan 200 SX und Honda Prelude galten die Calibra-Zulassungen aber bereits als Ansage. Zumal es der Opel auch mit Racern wie dem Porsche 944 aufnehmen konnte.

Opel waren begehrenswert

Tatsächlich galt die Marke mit dem Blitz allgemein als begehrenswert, weil innovativ, sportlich und noch nicht nachhaltig mit den Qualitätsmängeln der Lopez-Spar-Ära befleckt. Im Gegenteil, die Medien kommunizierten, Opel gehe es dank Autos wie Vectra und Calibra so gut wie nie zuvor. Mit einem gewissen Neid betrachteten die Konkurrenten die Bilanz der deutschen GM-Tochter, die nach vorübergehend krisenhaften Zeiten 1990 wieder 1,1 Milliarden Mark Jahresüberschuss auswies mit einer Umsatzrendite, die doppelt so hoch lag wie etwa beim VW-Konzern.

Sportler als Markenbotschafter wie Steffi Graf und der FC Bayern, vor allem aber emotionale Autos wie der Calibra polierten den Glanz des Markenemblems zusätzlich so stark, dass es nicht nur beim Calibra Mitte der 1990er Jahre voller Stolz an die prominenteste Stelle des Kühlergrills verlegt wurde. Mit dem Blitz vor der Brust machte der Calibra nun sogar bei der DTM Jagd auf BMW M3 und AMG-Mercedes. Erfolgreich, denn in der Internationalen Tourenwagen-Meisterschaft (ITC) als vorübergehender DTM-Nachfolgeserie gewann der Opel Calibra 1996 mit Manuel Reuter gleich beide Titel in der Fahrer- und Markenwertung.

Rückblende. 1987 startete der altgediente Manta GSI als Sonderserie Exclusiv gerade in seine letzte Verkaufsrunde, da entfachte Opel mit dem noch namenlosen Concept eines neuen Stromliniencoupés auf dem Genfer Automobilsalon Begeisterungsstürme. Die Japaner dominierten damals das arg geschrumpfte Feld bezahlbarer Sportcoupés, der Ford Capri war vergessen, der VW Corrado vorerst nur Ankündigung und als er kam zu kostspielig – was fehlte, war ein aufregender und erschwinglicher Opel. So mutierte die Studie vom Lac Leman in nur 18 Monaten zur Serienversion eines Aerodynamik-Wunders mit dem cW-Bestwert 0,26 und dem neuen Namen Calibra, ein klangvolles Kunstwort aus der Kreativwerkstatt des meistgefragten Modellnamen-Entwicklers Manfred Gotta.

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