Morgan 3-Wheeler wird nun doch elektrisch

Von Steffen Dominsky 2 min Lesedauer

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Bereits in den 2010er-Jahren hatte der britische Hersteller des bekannte „Spezialfahrzeugs“ mit dem EV3 eine elektrische Zukunft in Aussicht gestellt, dann jedoch das Projekt auf Eis gelegt. Nun gibt es einen zweiten Anlauf.

Beim XP-1 handelt es sich um den zweiten Elektro-Prototyp auf Basis des Threewheelers. Auch er knüpft an die Firmentradition der kleinen und wendigen Dreiradfahrzeuge an.(Bild:  Morgan)
Beim XP-1 handelt es sich um den zweiten Elektro-Prototyp auf Basis des Threewheelers. Auch er knüpft an die Firmentradition der kleinen und wendigen Dreiradfahrzeuge an.
(Bild: Morgan)

Morgan arbeitet weiter an einer elektrischen Antriebszukunft. Mit dem frisch enthüllten Experimental-Prototyp „XP-1“, der auf dem puristischen Threewheeler basiert, will Morgan seine Zukunftsambitionen verdeutlichen. Bereits 2016 hatte der britische Autohersteller mit dem Threewheeler EV3 ein Elektromodell in Aussicht gestellt, welches im Jahr 2018 in Serie hätte gehen sollen. Aufgrund von Problemen mit Frazier-Nash, dem für den Antrieb verantwortlichen Entwicklungspartner, wurde das Projekt allerdings eingestellt. Der XP-1 ist nun das erste konkrete Fahrzeug mit einem von Morgan in Eigenregie entwickelten Antriebskonzept.

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Äußerlich handelt es sich um einen typischen Threewheeler mit zweirädriger Lenkachse vorne und einem Einzelrad an der Hinterachse. Zwischen den Achsen erstreckt sich die zigarrenförmige Karosserie mit einer offenen Fahrgastzelle und zwei Sitzplätzen. Autocar soll der E-Motor des XP-1 100 kW leisten, während die 33 kWh große Batterie rund 240 Kilometer Reichweite erlaubt. Neben Schnellladung per CCS soll auch bidirektionales Laden möglich sein. Mit dem neuen Projekt will Morgan in den kommenden zwei Jahren praktische Erfahrungen mit seiner neuen E-Antriebsarchitektur sammeln und diese zur Serienreife weiterentwickeln. Ob der Threewheeler auch das erste Serien-Elektromodell sein wird, hat Morgan nicht verraten.

Vor über 100 Jahren fing alles an

Ursprünglich baute Morgan ausschließlich dreirädrige Fahrzeuge mit Motor und zwei gelenkten Rädern vorne und einem angetriebenen Hinterrad. Im Laufe der Jahre gab es eine Vielzahl von Varianten: „Einfache“ Zweisitzer, Viersitzer und Lieferwagen mit Kastenaufbau. Bis 1934 kamen es ausschließlich luft- oder wassergekühlte Zweizylinder-Einbaumotoren verschiedener Hersteller zum Einsatz. Bekannt sind vor allem Motoren von JAP aber Matchless und Anzani. Meist waren diese frei im Fahrtwind stehend vor der Vorderachse platziert. Es gab aber auch Sport- und Rennversionen. 1952 endete die Produktion der Threewheeler.

Parallel startet man in Malvern, bereits 1935 mit der Entwicklung eines Prototyps für ein vierrädriges Automobil. Die Serienproduktion des Modells 4/4 (Vierzylinder, vier Räder) begann ein Jahr später. Genau dieses Modell baut Morgan noch heute gebaut, zwar ein wenig modifiziert, aber konzeptionell unverändert. Hauptsächlich wurden bei Modellwechseln immer wieder modernere Motoren und Getriebe verbaut, damit das Fahrzeug den geltenden Gesetzen und Zulassungsbestimmungen gerecht werden konnte.

Die Morgan Motor Company existiert seit 1909 und ist nach wie vor in Privatbesitz. Sie ist der einzige Automobilbauer weltweit, der noch Aufbauten mit Rahmen aus Eschenholz einsetzt. Der Morgan 4/4 hält den Rekord als das am längsten durchgehend produzierte Automodell. Die sehr leichten und teils sehr starken Fahrzeuge haben in einer großen Fangemeinde Kultstatus. Pro Jahr werden rund 1.000 Fahrzeuge gebaut. Deutschland ist zweitgrößter Markt von Morgan.

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