40 Jahre Audi Avant: Vorsprung durch Schrägheck

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Der Nimbus von Audi als Premiumanbieter war inzwischen so gefestigt, dass sich die Ingolstädter Produktstrategen an weitere spannende Superlative wagten. Edle Kombis wurden in den 1990er Jahren endgültig zur Pflicht für alle Premiummarken, schnelle Sporttransporter die Kür. Das allererste 340 PS Kraftpaket, das die Kinder mit abgeregelten 250 km/h zum Fußball oder Musikunterricht chauffierte war 1992 der BMW M5.

Als sich vier Jahre später der Mercedes-Benz E60 AMG T mit 280 kW/381 PS starkem 6,0-Liter-V8 zum neuen Speedmaster mit Heckklappe aufschwingen wollte, konterte der Audi S6 Plus Avant aus dem Kraftstudio der Quattro GmbH mit einem 240 kW/326 PS freisetzenden 4,2-Liter-V8. Im Vergleich zum Benz war der Audi-V8 ein Downsizing-Aggregat, das den Allrad-Avant jedoch in 5,7 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 katapultierte.

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Endgültig fixieren, wer in Sachen Speed die Spitze markiert, sollten im neuen Jahrtausend mehrere Generationen des Audi RS6 Avant. Darunter werksseitige Kombis mit bis zu 426 kW/580 PS Leistung und 305 km/h Höchstgeschwindigkeit und ein 730-PS-Geschoss namens MTM-Audi RS6 R, das 2009 in Nardo mit 344,2 Km/h gemessen wurde – Kombi-Rekord! Aber auch die schnellsten Diesel-Kombis der Welt nahmen die Ingolstädter ins Programm. Stellvertretend für eine ganze Serie sei hier der A6 Avant 3.0 TDI Biturbo mit 230 kW/313 PS genannt, der 2011 den nominell gleich starken BMW 535d Touring im Sprint hinter sich ließ. Ein Jahr später erneuerte der Audi A6 einen anderen Triumph, den der Businessliner erstmals 2005 erzielt hatte: Platz eins im Verkaufsranking seiner Klasse vor den Erzrivalen aus Stuttgart und München.

Variabilität in verführerischer Verpackung, das können die Audi-Konstrukteure seit 1992 auch in der Mittelklasse. Damals verblüffte der neue Audi 80 Avant mit sportivem Trimm und wenig später als RS2 mit 232 kW/315 PS. Hinzu kamen die geringsten Karosseriespaltmaße des Segments, denn Qualität wurde unter Ferdinand Piëch großgeschrieben.

Schön und sparsam zugleich

Aber auch die niedrigsten Normverbrauchswerte mussten Piëchs Diesel bieten. Selbst wenn CO2- und Stickoxidemissionen damals noch kein Thema waren, sollte der 80 Avant TDI das Tankbudget von Vielfahrern schonen. Mit 4,1 Liter Diesel auf 100 Kilometer unterbot der Audi 80 deshalb nicht nur den BMW 3er Touring oder Ford Mondeo Turnier um über 20 Prozent, er setzte einen automobilen Bestwert, denn knauseriger waren nicht einmal Kleinwagen.

Nachdem der Audi A4 Avant die große Heckklappe zu einem noch gefragteren Hingucker gemacht hatte, testete Audi im Jahr 2001 den Vorstoß in die höchste Luxusklasse. Die 5,06 Meter lange Studie Avantissimo war ein Star der Frankfurter IAA, aber sie blieb ebenso das 2015 enthüllte Showcar Audi Prologue Avant nur schöner Schein. Es gibt also auch nach 40 Jahren noch Neuland zu befahren für die Kombis mit den Ringen.

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