60 Jahre Nissan-Sportwagen

Autor / Redakteur: sp-x / Gerd Steiler

Mit dem 21 PS „starken“ Mini-Roadster DC-3 startete Nissan im Jahr 1951 seine Sportwagen-Karriere. Heute gilt der 530 PS freisetzende Supersportwagen Nissan GT-R als Referenzmodell fast aller Wettbewerber.

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Nissans erster Sportwagen: Der Mini-Rodster DC-3 brachte gerade mal 21 PS auf die Straße.
Nissans erster Sportwagen: Der Mini-Rodster DC-3 brachte gerade mal 21 PS auf die Straße.
( Nissan )

Jedes Kind mit einer Playstation-Spielekonsole kennt heute den Nissan GT-R. Beim Rennspiel „Gran Turismo“ fährt der Supersportwagen die Konkurrenten von Porsche, Ferrari und Lamborghini in Grund und Boden. Doch auch schon seine hierzulande weniger bekannten Vorgänger hatten einiges zu bieten.

Alles fing vor 60 Jahren ganz klein an: mit dem Mini-Roadster DC-3. Gerade einmal 15 kW/21 PS leistete sein 860-ccm-Vierzylinder-Motor. Trotz fehlender Motorleistung trat der DC-3 beim ersten internationalen Sportwagen-Straßenrennen in Japan gegen Konkurrenten wie Jaguar XK 120, MG TD und große Amerikaner an – und triumphierte in den Herzen der begeisterten Zuschauer. Denn die bis zu zehnmal stärkeren Konkurrenten gerieten zumindest nie außer Sichtweite des kleinen Samurai, von dem lediglich 50 Exemplare gebaut wurden.

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Durchbruch mit dem Fairlady

Auch die folgenden Sportstars von Nissan, die zwischen 1959 und 1962 produzierten Bluebird-Cabriolets mit innovativer GFK-Karosserie, kamen nur in kleinen Auflagen in den Handel. Zum internationalen Bestseller - besonders in den USA - entwickelte sich erst der Roadster Fairlady 1500, der 1962 zeitgleich mit dem englischen MG B vorgestellt wurde. Er sorgte sogar auf europäischen Boulevards, Rallyes und Rundstrecken für Aufsehen. In den Ruhestand geschickt wurde der Roadster erst 1970, nach der damals beachtlichen Zahl von 50.000 verkauften Einheiten.

Allerdings war dieser Absatzerfolg nicht mehr als eine milde Brise im Vergleich zu dem Orkan, der schon 1969 mit der 240Z Fairlady losbrach. Japans erster echter Großserien-Racer war eine erschwingliche Alternative zu den Sportwagenikonen Porsche 911, Jaguar E-Type und Chevrolet Corvette. Mit fast endlos langer Motorhaube, knackig kurzem Fastback und den Muskeln eines 2,4-Liter-Reihensechszylinders war der Z begehrenswert wie ein europäischer Supersportwagen. Und dies in den USA zu Preisen ab 3.526 Dollar - nur wenig mehr als für einen Käfer aufgerufen wurde. 1.600 Einheiten wollte die Marketingabteilung vom 240Z der ersten Generation verkaufen. Über eine Viertelmillion wurden es – Weltrekord im gehobenen Sportwagensegment.

Supersportler GT-R

Die Weiterentwicklungen 280ZX und 300ZX sammelten in den 1980er und 1990er Jahren durch Turboaufladung mehr und mehr Kraft und distanzierten schließlich mit 208 kW/283 PS sogar die vergleichbaren Porsche. Allerdings forderte der 300ZX Twin Turbo mit Einstiegskosten von zuletzt 95.000 Mark in Deutschland auch den höchsten Preis aller japanischen Automobile – zu viel für einen schlichten Nissan im Club der elitären Supercars aus Modena oder Zuffenhausen. Still und leise verschwand der überteuerte japanische Ladenhüter 1999 aus den deutschen Schauräumen, um nur drei Jahre später eine Wiedergeburt zu zelebrieren. Als 350Z kehrte die Legende des scharfgezeichneten Zweisitzers mit viel Leistung zu günstigen Preisen zurück.

Mit ihm erlebte das ursprüngliche Z-Konzept seine Wiedergeburt, allerdings nicht als Kopie, sondern als Weiterentwicklung des 240Z. Wie einst elektrisierte die in Kalifornien gezeichnete Fahrmaschine weltweit Fans potenter Dynamiker. Übertreffen konnten dies nur der aktuelle 370Z - und Nissans erster Supersportwagen für deutsche Straßen, der GT-R. Der 530 PS freisetzende Supersportwagen mit Allradantrieb und Doppelkupplungsgetriebe gilt mittlerweile als Referenzmodell fast aller Wettbewerber.

Auf der Erfolgsliste des GT-R steht bereits ein neuer Rundenrekord für Produktionswagen auf der Nürburgring-Nordschleife: 7:29 Minuten. Das Erfolgsrezept für den GT-R ist scheinbar stimmig: hochkarätige Technik, verpackt in aufregende Formen in Kombination mit Preisen, die 50 Prozent niedriger als bei den Wettbewerbern sind. So besitzt der GT-R alle Anlagen zum Kultauto einer neuen Generation.

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