60 Jahre Strandautos: Das Gefühl von Sonne und Meer

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So kostspielig sind die Amphibienfahrzeuge des Konstrukteurs Hanns Trippel nicht. Vorgestellt 1959 und mitfinanziert durch den Industriellen Harald Quandt gingen die land- und wassertauglichen Amphicars 1960 in Serie, allerdings endete die Produktion schon 1963 nach nur rund 3.900 Fahrzeugen. Mit Preisen ab 10.500 Mark (fast so viel wie zwei Opel Rekord) waren die vierrädrigen Wellenreiter schlicht zu teuer, weshalb sich der Abverkauf trotz massiver Preissenkungen bis 1965 hinzog.

In jenem Jahr zog Australien gerade eine Fabrik hoch, in dem der britische Austin Mini Moke in Lizenz gebaut werden sollte. Das genügsame „Eselchen“ (vom englischen „moke“, Esel) war unter Surfern und Sandfans bereits Kult und startete nach einer wenig erfolgreichen Karriere im Militärdienst durch, um endgültig unsterblich zu werden. Tatsächlich schaffte es der Moke im 21. Jahrhundert über Umwege sogar bis nach China, wo er kopiert wurde, um dann von dort aus als Bausatz in seine britische Heimat verkauft zu werden.

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Was für die Engländer der Moke, waren für die Franzosen Méhari und R4 Plein Air. Im Mai 1968, einer Zeit, die von Rebellion, aber auch von Freiheit und Unbekümmertheit bestimmt war, debütierte der Citroën Méhari im noblen Deauville. Explizit als Fahrzeug zum Transport von Heuballen oder Surfbrettern, das sich dank frugaler Kunststoffkarosserie vom Bauern oder Beachboy mit dem Schlauch reinigen ließ. Zwar basierte der fast 20 Jahre lang gebaute Méhari auf dem 2 CV, er war aber von Beginn an wesentlich poppiger lackiert. Und mit einem Verdeck ausgestattet, das sich bis zum Karosseriegürtel abnehmen ließ. Genau damit begeisterten auch die Rodeo, die Renault auf Basis der Typen R4 und R6 baute. Vorausgegangen waren Sinpar-Allradversionen des R4 und der offene Renault 4 Plein Air. Während es die Renault Rodeo auch in Deutschland zu großer Popularität brachten, konnte der Citroën Méhari wegen seiner brennbaren Karosserie aus ABS-Kunststoff nur per Einzelzulassung eingeführt werden.

Nachdem Cabriolets in den 1980er Jahren fast ausstarben und auch Strandautos bis auf kleine Geländegänger wie den Suzuki LJ (Eljot) selten wurden, besannen sich um die Jahrtausendwende viele Marken der emotional aufgeladenen Beachcars. Meist blieb es bei Concept Cars wie dem Seat Marbella Playa, einige gingen aber auch in Serie. Etwa der Subaru Baja, ein Allrad-Pick-up für Surfer und Beachcomber. Ein Hype blieb jedoch aus. Ob diesen heute Modelle wie Citro„n E-Méhari und Volkswagen Beetle Dune lostreten können?

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