Jubiläum 75 Jahre ZDH und 125 Jahre Handwerkskammern

Von Doris S. Pfaff 2 min Lesedauer

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In Berlin feierte das deutsche Handwerk einen doppelten Geburtstag: Der ZDH besteht seit 75 Jahren, die Handwerkskammern gar seit 125 Jahren. Mit dabei waren Vertreter des ZDK.

Von links: Bundesinnungsmeister Detlef Peter Grün mit ZDH-Präsident Jörg Dittrich und Thomas Peckruhn, kommissarischer ZDK-Präsident.(Bild:  ZDK)
Von links: Bundesinnungsmeister Detlef Peter Grün mit ZDH-Präsident Jörg Dittrich und Thomas Peckruhn, kommissarischer ZDK-Präsident.
(Bild: ZDK)

Das deutsche Handwerk feierte am Donnerstagabend in einem Tipi am Kanzleramt in Berlin sein doppeltes Jubiläum: 75 Jahre Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und 125 Jahre Handwerkskammern. Rund 400 Gäste aus Handwerksorganisationen, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nahmen an den Feierlichkeiten teil, darunter auch Vertreter des Kfz-Gewerbes: Thomas Peckruhn als kommissarischer ZDK-Präsident und Bundesinnungsmeister Detlef Peter Grün.

Im Mittelpunkt des Festaktes standen die Geschichte des Handwerks sowie die Bedeutung von Selbstverwaltung und Ehrenamt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte in seiner Festrede die demokratiestärkende Arbeit Tausender Handwerker: „Ohne die Kammern wären heute Ausbildung und Qualität des Handwerks nicht auf dem hohen Niveau, auf dem sie sind. Ohne den Zentralverband wäre die Stimme des Handwerks leiser, hätte weniger Gewicht.“ Besonders hob er das ehrenamtliche Engagement hervor, das weit über die Kammern hinausgeht und die Gesellschaft insgesamt stärkt.

ZDH-Präsident Jörg Dittrich betonte, dass die Strukturen des Handwerks durchlässig, plural und pragmatisch seien. „Wir leben die Demokratie in unseren Gremien, in der dualen Ausbildung, im Miteinander von Haupt- und Ehrenamt. Diese Form der Mitgestaltung ist keine nostalgische Idee, sie ist ein Zukunftsmodell“, sagte Dittrich. Die Handwerkskammern seien von Anfang an Orte gelebter Verantwortung gewesen.

Geschichte und Zukunft des Handwerks

Der ZDH-Präsident beschrieb in seiner Festrede die Anfänge des Bundesverbands bzw. die Neuorganisation des Handwerks nach dem Zweiten Weltkrieg. „Die Alliierten erkannten, dass eine neue Ordnung nicht von oben verordnet werden konnte. Sie musste von unten wachsen, und das Handwerk war zur Stelle.“ Diese Tradition der Selbstverwaltung sei bis heute das Rückgrat der Kammern und des ZDH, so Dittrich.

Treffen den Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier (r.): Thomas Peckruhn (l.) als kommissarischer ZDK-Präsident und Bundesinnungsmeister Detlef Peter Grün.(Bild:  ZDK)
Treffen den Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier (r.): Thomas Peckruhn (l.) als kommissarischer ZDK-Präsident und Bundesinnungsmeister Detlef Peter Grün.
(Bild: ZDK)

Mit Blick auf die Zukunft sprach Dittrich von einer kraftvollen Tradition, auf der sich eine gute, eine bessere Zukunft bauen lasse. Die Prinzipien Subsidiarität, Verantwortung und Mitgestaltung seien aktueller denn je: „Was hier bei uns seit Jahrzehnten funktioniert, könnte auch an anderer Stelle wirksam werden“, so Dittrich.

Europa als Möglichkeitsraum

Der ZDH-Präsident richtete einen Appell an Politik und Gesellschaft: „Was bei uns seit Jahrzehnten funktioniert, hat das Potenzial, auch Europa zu stärken. Die Selbstverwaltung ist kein deutsches Sondermodell, sie ist ein europäischer Möglichkeitsraum. Wir fordern ein Europa, das nicht nur reguliert, sondern beteiligt.“

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