Abgastechnik: Alles für die Kats

Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow

Peinlich, peinlich: Seat musste kürzlich eine Motorvariante des neuen Ateca zurückziehen und umrüsten, weil mit dem verbauten Speicherkat die Abgaswerte zu hoch waren. Braucht in Zukunft jeder Dieselmotor einen SCR-Katalysator?

Ein modernes Diesel-Abgassystem besteht aus Oxikat, Harnstoff-Dosiersystem und Injektor, Partikelfilter und SCR-Katalysator.
Ein modernes Diesel-Abgassystem besteht aus Oxikat, Harnstoff-Dosiersystem und Injektor, Partikelfilter und SCR-Katalysator.
(Bild: Continental Emitec)

In der Autobranche geht es um jeden Euro. Und so ist es nicht verwunderlich, dass manche Hersteller in so vielen Modellvarianten wie möglich einen Speicherkatalysator einsetzen, um die Stickoxid-Grenzwerte beim Dieselmotor zu erfüllen. Denn diese Technik ist billiger als ein SCR-Kat (Selective Calatytic Reduction) und besteht aus weitaus weniger Komponenten.

Auch bei Seat gab es wohl einen klugen Controller, der gefragt hat: „Brauchen wir beim Ateca mit Frontantrieb wirklich SCR, oder geht das nicht auch ohne?“ – und das, obwohl das Allradmodell mit dieser sauberen Technik ausgestattet war. Auch der Konzernbruder VW Tiguan besitzt in allen Dieselvarianten SCR. Es ging doch nicht ohne, wie sich schnell zeigte, und Seat musste das Modell noch vor Auslieferung zurückziehen und aufwendig nachrüsten. Sparen kann manchmal wirklich teuer sein.