Abgastechnik: Engel links, Teufel rechts

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow

Reparaturen am Abgasstrang werden zum Politikum. Eine Umweltorganisation fordert Werkstätten auf, nur noch Ersatzkatalysatoren mit dem „Blauen Engel“ zu verwenden – ansonsten droht der Pranger. Dagegen gehen ZDK und GVA in Stellung.

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Katalysatoren müssen der ECE-Regelung 103 entsprechen. Der „Blaue Engel“ ist nicht zwingend vorgeschrieben.
Katalysatoren müssen der ECE-Regelung 103 entsprechen. Der „Blaue Engel“ ist nicht zwingend vorgeschrieben.
(Foto: Eberspächer)

Es ist ein Kreuz mit der Umwelt: Ein riesiger technischer Aufwand und sehr teure Werkstoffe sind nötig, um beispielsweise die aktuellen Abgasrichtlinien zu erfüllen. Kein Wunder, dass die kleinen Chemiefabriken unter dem Fahrzeug durch ihre Komplexität und ihr Arbeitsprinzip ziemlich störungsanfällig sind. Geht etwas kaputt, sind hohe Ersatzteilekosten die Folge – Kosten, die sich die Besitzer der Autos oft nicht leisten können oder wollen. Entsprechend hoch ist der Wunsch vieler Verbraucher nach alternativen Teilen und Reparaturmethoden, die das ursprüngliche Ziel des Umweltschutzes konterkarieren.

Am Ende läuft es für die Autofahrer auf eine simple Frage hinaus: „Wie viel ist mir der Umweltschutz wert?“ Beispiel Ersatzkatalysatoren: Hier greifen offenbar immer mehr Leute zu Billigangeboten aus dem Internet, die teilweise nur ein Bruchteil dessen kosten, was OE-Lieferanten oder Autohersteller für ihre Ersatzteile fordern. Der Katalysatorhersteller HJS geht sogar davon aus, „dass Billigkats den Markt beherrschen“.