Kundenanalyse Absatzrückschläge in allen Segmenten

Von Andreas Grimm 1 min Lesedauer

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Die Neuwagen-Kaufzurückhaltung befällt derzeit alle Kundengruppen. Echte Impulse gibt es kaum. Am stärksten halten sich derzeit die Autovermieter zurück.

Die Autotransporteure haben derzeit nicht allzu viel zu tun. Die Zahl der Neuzulassungen sinkt.(Bild:  ECG)
Die Autotransporteure haben derzeit nicht allzu viel zu tun. Die Zahl der Neuzulassungen sinkt.
(Bild: ECG)

Der Rückgang der Neuzulassungen im September um 7 Prozent hatte wie bereits im Monat zuvor viele Gründe. Im zurückliegenden Monat konnte kein Vertriebskanal zulegen, alle Käufergruppen agierten laut einer Analyse der Marktforschung Dataforce zurückhaltender als im Vorjahresmonat. Der Gewerbekundenmarkt, der Privatmarkt und der Vermietermarkt nahmen jeweils rund 4.000 bis 5.000 Fahrzeuge weniger auf als im September 2023.

Während solche Rückgänge bei den Privatkunden (-7,2 %) und den Unternehmen (-6,4 %) noch als regulär zu betrachten sind (wenn auch schmerzhaft), so fällt der Einbruch um 4.700 Fahrzeuge bei den Autovermietern doch aus dem Rahmen. Der Absatz über diesen Kanal verlor damit 18,2 Prozent. Möglicherweise zeigt sich in dieser Zahl die Sorge der Vermieter vor einer sinkenden Auslastung der Vermietfahrzeuge im Gefolge der lahmenden Wirtschaft. „Der Gesamtmarkt steht im September schlecht dar und es fehlt schlichtweg die Nachfrage der Kunden“, kommentiert Dataforce den Zustand des Neuwagenmarkts.

Dagegen blieben die Eigenzulassungen trotz des sinkenden Gesamtmarkts fast schon stabil. Fahrzeugbau und Fahrzeughandel sorgten für ungefähr 2 Prozent weniger Neuzulassungen als vor einem Jahr. Damit zeigt sich immer deutlicher die sinkende Bereitschaft der Kunden, zum Listenpreis zu kaufen. Der Anteil der Eigenzulassungen lag im September bei 25,5 Prozent. Im Jahr 2022, als Fahrzeuge knapp waren und den Herstellern aus den Händen gerissen wurden, lag dieser Anteil bei 21,7 Prozent.

Entgegen der landläufigen Meinung zur Krise der Elektromobilität sehen die Dataforce-Statistiker diese Antriebsart positiver. Im September hätten Elektroautos als einzige Antriebsart bei den Neuzulassungen zugelegt, während Benzin- und Diesel-Fahrzeuge in den Segmenten Privat und Flotte Verluste von 9 bzw. 22 Prozent verzeichneten. Elektroautos wuchsen über alle Segmente um 9 Prozent und erreichten mit 16,5 Prozent ihren höchsten Marktanteil in diesem Jahr.

Der segmentübergreifende Anstieg zeige zugleich, dass sich die Hersteller auf die verschärften CO2-Ziele vorbereiten, die ab dem kommenden Jahr in der EU gelten, heißt es von Dataforce. VW und Tesla hätten bereits die Preise für volumenstarke E-Modelle gesenkt. Auch der Markt passe sich an: Im Flottenmarkt, einem Vorreiter für die E-Auto-Adaption, erreichten Elektroautos mit 21,6 Prozent ihren bisherigen Höchstwert. „Damit könnte der Übergang ins Jahr 2025 sanfter verlaufen als erwartet“, bilanziert Dataforce.

Transportermarkt schneidet stabiler ab

Für den Transportermarkt ergibt sich ein etwas anderes Bild. Der Zulassungsrückgang der leichten Nutzfahrzeuge und Pkw-Utilities fiel weniger deutlich aus, 32.767 Neuzulassungen bedeuten ein Minus von 5 Prozent. Diese entstanden hauptsächlich im Gewerbekundenmarkt. Dieser Kanal verlor 8 Prozent seines Volumens, ist allerdings zugleich das bei Weitem größte Segment.

Immerhin zwei Segmente sind bei den Transportern sogar im Plus. Die Erstzulassungen durch die Vermieter legten auffällig um 11 Prozent zu. Der Privatmarkt legte immerhin noch um 2 Prozent zu. Die Eigenzulassungen durch Handel und Hersteller gaben dagegen um 12 Prozent nach.

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