Praxistest Acht Gründe, warum der Porsche Taycan der perfekte elektrische Reisewagen ist ...

Von Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow 3 min Lesedauer

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... und zwei Dinge, die dagegen sprechen. »kfz-betrieb« ging zum ersten Mal mit einem Elektroauto auf Juryrundreise und erlebte mit dem fleischkäsefarbenen Flitzer spektakuläre Fahr- und Ladeleistungen ebenso wie eine schwerhörige Spracherkennung.

Auf dem überdachten Geschäftsführungsparkplatz macht sich der Porsche schon einmal gut – und er ist auch nicht das einzige Elektroauto dort.(Bild:  Rosenow – VCG)
Auf dem überdachten Geschäftsführungsparkplatz macht sich der Porsche schon einmal gut – und er ist auch nicht das einzige Elektroauto dort.
(Bild: Rosenow – VCG)

2018: Der Autor absolvierte seine erste längere Dienstreise mit einem E-Auto – und erlebte alle Widrigkeiten, die eine elektrische Langstreckentour so herausfordernd machen. Daraus folgte eine bange Frage: Wie sollten wir im Zeitalter der Elektromobilität nur unsere Juryrundreisen zu den Top-Betrieben des Deutschen Werkstattpreises oder des Automotive Business Awards bestreiten? Wenn es gilt, zwei oder drei Betriebe am Tag zu besuchen, die manchmal auch ein paar 100 Kilometer auseinanderliegen können? Das kann doch unmöglich funktionieren.

2024: Der Autor stieg in den Porsche Taycan und startete auf die Rundreise zu den Top-Betrieben des Deutschen Werkstattpreises. Keine Sekunde musste er nachdenken, ob er dieses „Risiko“ eingehen sollte – mit einer Batterie von 105 kWh Speichervermögen, einer Ladeleistung von bis zu 320 kW und einer intelligenten Routenplanung bot der Porsche wahrhaft ideale Voraussetzungen. Und tatsächlich forderte er bei der Reiseplanung keinerlei Rücksicht auf sein Antriebskonzept. Der Zeitverlust im Vergleich zu einem Verbrennerauto war praktisch null.

Die Gründe, die den Porsche Taycan zum nahezu perfekten elektrischen Reiseauto machen, und die wenigen kleinen Ärgernisse, die uns aufgefallen sind, finden Sie in der folgenden Bildergalerie.

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Beim Testwagen handelte es sich um das Modell 4S Cross Turismo, also die, wenn man so möchte, SUV-Version der Kombilimousine aus Stuttgart. Mit der zum Frühjahr erfolgten Modellpflege hat Porsche eine größere Batterie sowie viele weitere Detailmaßnahmen eingeführt, um die Reichweite zu erhöhen, den Stromverbrauch zu senken und die Fahrleistungen zu verbessern. Die WLTP-Reichweite wurde laut Porsche im besten Fall um 175 Kilometer gesteigert.

Genügend Platz, aber kein Vergleich mit einem echten Kombi

Dabei blieb der Karosseriekörper des Taycan im Wesentlichen unverändert. Trotz fast fünf Metern Außenlänge und der kombiartigen Statur bleibt der Fünftürer aber eine Sportlimousine – das Platzangebot ist mit einer ähnlich langen E-Klasse nicht zu vergleichen. Drei erwachsene Männer kamen während der Rundreise aber ohne Druckstellen unter, und der Gepäckraum war mit 446 Litern groß genug selbst für die umfangreichen Utensilien des Kameramanns – und dank großer Heckklappe auch gut beladbar. Die adaptive Luftfederung fährt den Wagen beim Öffnen der Tür außerdem automatisch um etwa 80 Millimeter nach oben und erleichtert so das Ein- und Aussteigen.

Typisch für einen Pressetestwagen war der Taycan mit allem ausgerüstet, was die umfangreiche Aufpreisliste der Porsche AG hergibt. Der Testwagenpreis belief sich auf exakt 193.646,90 Euro – bei einem Grundpreis der entsprechenden Antriebsvariante von 126.400 Euro. Kein Wunder also, dass es den Insassen in Sachen Komfort und Bequemlichkeit an nichts fehlte. Erwähnt werden sollen hier in erster Linie die vorzüglichen Komfortsitze, deren Belüftungsfunktion an den heißen Tagen während der Rundreise hochwillkommen war, und die leistungsstarke Klimaanlage.

Weniger gefallen hat uns die Bedienstrategie mit den beiden getrennten Bildschirmen. Die unverständliche Tatsache, dass man einen Menüpunkt auf dem unteren Bildschirm anwählt, das zugehörige Menü sich aber auf dem oberen Bildschirm öffnet, führte ein ums andere Mal zu Verwirrung. Auch der Fahrschalter des Taycan ist keine Glanzleistung der Bedienerschnittstellen-Gestaltung – er ist wenig griffsympathisch und wird zudem komplett vom Lenkrad verdeckt.

Doch insgesamt bietet der Porsche sachlich betrachtet sehr wenig Grund zur Kritik, wenn man den hohen Preis einmal außer Acht lässt. Aber diese Kritik läuft ins Leere, schließlich verlangt jedes Unternehmen die Preise, die es auf dem Markt durchsetzen kann. Auch halten wir den Taycan gewiss nicht für das einzige langstreckentaugliche Elektroauto. Um die Zukunft der Juryrundreisen müssen wir uns jedenfalls keine Sorgen machen.

Und doch rutschte dem Autor bei aller gebotenen Sachlichkeit und Neutralität im Gespräch über den Taycan nicht nur einmal die Aussage „bestes Auto der Welt“ heraus. Sorry.

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