Reparaturkosten ADAC kritisiert hohe Ersatzteilkosten nach Unfällen

Von sp-x 2 min Lesedauer

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Kfz-Reparaturen werden nicht nur immer teurer. Bei typischen Unfallschäden zeigen sich oft zudem große markenspezifische Unterschiede, wie jetzt eine Markterhebung des ADAC erwiesen hat.

Ist ein moderner LED-Scheinwerfer oder gar einer mit Laserlicht betroffen, dann kann eine Unfallschaden-Reparatur schnell sehr teuer werden. (Bild:  Rosenhow – VCG)
Ist ein moderner LED-Scheinwerfer oder gar einer mit Laserlicht betroffen, dann kann eine Unfallschaden-Reparatur schnell sehr teuer werden.
(Bild: Rosenhow – VCG)

Schon kleine Blechschäden können bei modernen Autos überraschend teuer werden, wie eine aktuelle Markterhebung des ADAC zeigt. Die Werkstattkosten steigen nicht nur insgesamt, sondern unterscheiden sich je nach Marke selbst bei technisch identischen Fahrzeugen teils deutlich.

Für die Untersuchung ließ der Automobilclub bei 21 Modellen drei typische Schadenfälle kalkulieren: einen Parkrempler vorne links, einen Heckrempler rechts sowie den Austausch der Windschutzscheibe. Ein Sachverständiger erstellte Kostenvoranschläge für Autos verschiedener Marken mit branchenüblicher Software, wie sie auch Vertragswerkstätten einsetzen.

Exotische Technik macht Scheinwerfer teuer

Besonders deutlich wird der Kostensprung beim Scheibentausch: Was früher oft mit einigen hundert Euro erledigt war, liegt heute fast immer im vierstelligen Bereich. Hauptgrund ist die oft notwendige Justage von Kameras für Assistenzsysteme wie Spurhaltung oder Fernlichtautomatik. Am oberen Ende der Skala lag der VW Golf mit mehr als 2.400 Euro. Unter der 1.000-Euro-Marke blieb einzig der Kompaktstromer MG4. Kaum nachvollziehbar: Obwohl der Suzuki Swace und der Toyota Corolla baugleich sind, kostet die Frontscheibe als Ersatzteil beim Suzuki über 200 Euro mehr.

Noch größer fallen die Unterschiede bei einem Frontschaden aus, bei dem Stoßfänger und Scheinwerfer ersetzt werden müssen. Kostentreiber ist hier die Lichttechnik. Während der Fiat 500 mit knapp 3.000 Euro vergleichsweise moderat bleibt, summiert sich der Schaden beim Plug-in-Hybrid BMW 330e auf fast 8.000 Euro. Größter Preistreiber ist der für neue BMWs nicht mehr bestellbare Laser-Scheinwerfer, der als Ersatzteil rund 3.300 Euro netto kostet. Mit 6.000 Euro ebenfalls sehr teuer ist die Reparatur des Volvo XC60.

Teuer kann ein Heckrempler sein, bei dem der ADAC den Tausch von Stoßfänger mit Sensoren vorsieht. Da Tesla hinten auf zusätzliche Sensorik verzichtet und stattdessen Kameradaten nutzt, bleiben die Kosten für diese Maßnahme mit etwa 2.800 Euro vergleichsweise niedrig. Ein teures Beispiel liefert hier wiederum der VW Golf mit 4.950 Euro, unter anderem weil immer gleich beide Steuergeräte à 674 Euro (netto) ersetzt werden müssen, selbst wenn nur eines beschädigt ist.

Dauerthema Reparaturlackierung

Ein weiterer Kostentreiber ist, dass viele Hersteller Reparaturlackierungen an Stoßfängern untersagen und stattdessen aus Sorge vor Fehlfunktionen der Sensorik durch unterschiedliche Lackschichtdicken den Kompletttausch vorschreiben.

Der ADAC moniert die oft unnötig hohen Mehrkosten, die sich etwa durch reparaturfreundlichere Konstruktionen vermeiden ließen. Der Club fordert deshalb robustere und nachhaltigere Fahrzeugkonzepte, etwa mit austauschbaren Scheinwerferabdeckungen. Das könnte den oft kompletten Tausch der Lichteinheiten verhindern.

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