ADAC: Mattlack - neuer Look mit Tücken

Redakteur: Dipl.-Päd. Gerd Steiler

Mattlack ist bei vielen Autofahrern „in“. Doch der ADAC warnt: Die optischen Eigenschaften des Mattlacks können sich durch die Bürsten einer Waschanlage oder durch Lackpflegemittel mit schleifender Wirkung rasch ungewollt verändern.

Um sich von der Masse der Autofahrer abzuheben, entscheiden sich immer mehr Autokäufer für ein aktuell sehr angesagtes Farbdesign: Mattlack. Doch der ADAC warnt. Wie der Automobliclub am Freitag in München mitteilte, können sich die optischen Eigenschaften des Mattlacks durch die Bürsten einer Waschanlage oder durch Lackpflegemittel mit schleifender Wirkung rasch verändern: Die Oberfläche werde geglättet und damit glänzender, heißt es.

Probleme mit „smart repair“

Auch Wachse und Polymere aus Autowaschanlagen könnten die feinen Poren des Mattlackes allmählich schließen und ebenfalls zu einer glatten, glänzenden Oberfläche führen. Probleme sehen die ADAC-Experten auch beim Ausbessern kleinerer Lackschäden. Solche Reparaturen seien deutlich aufwändiger, weil keine unsichtbaren partiellen Ausbesserungen in der Fläche möglich seien. Das Austupfen von Steinschlägen, ein punktuelles Ausbessern mittels Mini-Spritzpistole („smart repair“) oder das Beilackieren und Beischleifen führten zu einer unterschiedlichen Mattierung.

Kleine Kratzer etwa als Folge von Streifspuren mit dem Fingernagel, Mantelknopf oder Schuh im Türeinstieg könnten zudem nicht einfach wegpoliert werden, sondern führten zu mehr oder weniger glänzenden Streifen. Die Folge sei eine teure Neulackierung des kompletten Karosserieabschnittes. Für eine einfache Auffrischung des Mattierungseffektes fehlen laut ADAC derzeit noch geeignete Verfahren.

Spezielle Pflege ist nötig

Zur regelmäßigen Fahrzeugpflege könne nach derzeitigem Erkenntnisstand nur eine manuelle Fahrzeugreinigung mittels Hochdruckreinigungsgerät oder eine Waschanlage mit textilem Waschmaterial ohne Wachskonservierung (z. B. Cabrio-Waschprogramm) empfohlen werden. Stärkere Verschmutzungen sollten möglichst nur mit speziellen Pflegemittel für matte Lacke beseitigt werden.

Laut ADAC unterscheidet sich der Mattlack grundsätzlich nicht von einer herkömmlichen Hochglanzlackierung. Einziger Unterschied sei das im abschließend aufgetragenen Klarlack enthaltene Mattierungsmittel. Die deutlichen Aufpreise gegenüber den Standardlackierungen ergäben sich aus den noch geringen Stückzahlen und dem aufwändigeren Finish bei der Mattlackierung, heißt es.

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