ADAC-Reifentest: Alte Sieger, neue Vorwürfe

< zurück

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Neue Vorwürfe gegen die Testmethodik

Unterdessen hat der WDR in seiner Sendung „Servicezeit“ neue Vorwürfe gegen die Testmethodik des ADAC erhoben. Diesmal ging es nicht um die „Einschleusung“ besonders optimierter Testmuster in den Prozess, sondern um die Tatsache, dass der Club seine Reifentests unter anderem auf den Versuchsgeländen der Reifenhersteller Continental und Bridgestone durchführt.

Laut Aussagen des früheren ÖAMTC-Reifenexperten Willy Matzke würden dort Mitarbeiter der Reifenkonzerne einzelne Versuchsabläufe für den ADAC-Test durchführen, weil sie auf „hochspeziellen, extrem teuren Einrichtungen“ abliefen. Auch sei die Möglichkeit der Datenmanipulation gegeben, da die Ergebnisse mit der EDV der Versuchsanlage aufgezeichnet würden.

Sowohl der ADAC als auch Conti widersprechen allerdings dieser Darstellung. „Der ADAC führt seine Reifentests vollkommen selbstständig durch“, hieß es von Conti. Die gemieteten Testeinrichtungen – das Hochgeschwindigkeitsoval, mehrere Nassstrecken und die Eishalle – seien zudem nicht computergesteuert und benötigten keine speziell geschulten Bediener.

„Sehr gute“ Reifen gibt es schon seit Jahren nicht mehr

Das Magazin „Servicezeit“ nimmt zudem für sich in Anspruch, mit seinen kritischen Berichten dafür gesorgt zu haben, dass kein Reifen im ADAC-Reifentest mit „sehr gut“ abgeschnitten hat. Das liegt allerdings an einer Korrektur der Auswertungsmethode, die der ADAC vor einigen Jahren eingeführt hat, um sicherheitsrelevante Kriterien in der Gesamtnote stärker zu gewichten. Seither werden Reifen, die mit Aquaplaning oder langen Bremswegen auffallen, um eine Note schlechter gewertet als ihr Leistungsdurchschnitt es erlauben würde.

Generell bleibt es unklar, weshalb speziell der ADAC-Reifentest so in der Kritik steht. Durch sein aufwendiges Procedere des Reifenkaufs und der Nachprüfungen ist er eigentlich am besten geeignet, Manipulationen zu vermeiden. Viele andere Tests, beispielsweise bei Zeitschriften, laufen dagegen mit Reifen ab, die direkt von den Herstellern zur Verfügung gestellt werden – so wie es ja auch bei Autotests üblich ist.

(ID:42619356)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung