Alles auf Cupra Keine Garantie für Seat als Automarke

Quelle: sp-x 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Adiós, Seat. Bis 2030 könnte die Marke als Automobilbauer verschwinden. Diese Meldung aus einem Round-Table-Gespräch heraus versetzt die Konzernwelt in Aufruhr. Denn der Konzern dementiert.

Die Entscheidung gegen Seat ist das Ende der Geschichte dieser vormals rein spanischen Marke als Automobilbauer.(Bild:  Seat)
Die Entscheidung gegen Seat ist das Ende der Geschichte dieser vormals rein spanischen Marke als Automobilbauer.
(Bild: Seat)

VW setzt bei seiner spanischen Tochter Seat immer mehr auf Cupra. Ab 2030 werde die jung-sportlich positionierte Marke allein die südeuropäische Seite des Konzerns repräsentieren, heißt es in Medienberichten. Zumindest bei Autos: Seat soll als Mobilitätsdienstleister und als Fertiger von anderen Konzernmodellen, wie dem kommenden VW ID 2, im spanischen Werk Martorell erhalten bleiben, wie VW-CEO Thomas Schäfer am Rande der IAA Mobility erläuterte.

Anmerkung der Redaktion: Laut der Pressestelle von VW Pkw (!) vom 6. September hat Thomas Schäfer seine Aussage so nicht getroffen. Unter Bezugnahme auf Seat heißt es unter anderem, die Marke sei stärker denn je und die Zeit für die Elektrifizierung für Seat werde kommen. Ein eindeutiges Bekenntnis für das Fortbestehen von Seat als Pkw-Marke über 2030 hinaus hat die Redaktion »kfz-betrieb« auf Nachfrage zunächst nicht erhalten. Mehr zur Reaktion des Konzerns und Neues zur Markenentwicklung von Cupra.

Wirklich überraschend wäre die Entscheidung, Seat einzustellen, nicht. Schon in den letzten Jahren hatte VW überwiegend in Cupra investiert und die Marke Seat deutlich wahrnehmbar vernachlässigt. Und vor etwas mehr als einem Jahr hatte der Seat-Betriebsratsvorsitzende das Seat-Ende für das Jahr 2029 prognostiziert. Nun sagte Schäfer laut einem Agenturbericht, es sei unwirtschaftlich, gleichzeitig in Cupra und Seat zu investieren. Zumal Seat sein über Jahrzehnte erworbenes Image als etwas angestaubte Marke trotz zuletzt recht flotten Designs einzelner Modelle nie ablegen konnte. Die Entscheidung gegen Seat sei schon vor einiger Zeit gefallen.

Bei Cupra ging man den umgekehrten Weg, machte aus einer vormaligen Seat-Ausstattungslinie eine neue Marke und trimmte sie auf dynamisch, manche sagen auch halbstark. Doch auch Cupra wird letztlich das Schicksal ereilen, zu einer reinen Elektromarke werden zu müssen; Anfang der 2030er Jahre sollen nur noch E-Autos angeboten werden. Ob die anvisierte Zielgruppe diesen Weg mitgeht, wird sich dann zeigen.

Seat wurde 1950 gegründet

Die Entscheidung gegen Seat ist das Ende der Geschichte dieser vormals rein spanischen Marke als Automobilbauer. 1950 gegründet, fertigte Seat zunächst Fiat-Modelle in Lizenz. Seit 1986 gehört das Unternehmen zum Volkswagen-Konzern, brachte den Wolfsburgern viele Jahre lang aber hohe Verluste ein. Auch der Versuch, Seat als mediterrane Alternative zu Alfa Romeo zu positionieren, scheiterte komplett.

Nun soll Cupra mit Hilfe des VW-Konzerns jene Rolle einnehmen, die Seat versagt geblieben ist. Durch das bei VW wie in allen Autokonzern vorherrschende Gleichteile-Konzept, wird es die junge Marke aber nicht leicht haben, sich zu positionieren. Letztlich bleiben ihr vor allem das Design und eine entsprechende Werbung, um sich von Marken wie Volkswagen oder Skoda abzusetzen.

Erschwerend kommt hinzu, dass nach dem Wegfall von Seat allein Skoda dazu vorgesehen ist, günstige Basisautos herzustellen. Für einen Cupra will der Konzern dagegen bei einem vergleichbaren Modell deutlich mehr Geld verlangen und verdienen. Um das entsprechend budgetstärkere Klientel zu erreichen, wird es für Cupra in den nächsten Jahren daher darauf ankommen, dass Proll-Image durch eine sportlich-seriösere Ausstrahlung zu ersetzen.

(ID:49688675)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung