Arbeitszeitvorgaben Ärger mit Tesla-Arbeitswerten

Von Konrad Wenz 2 min Lesedauer

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Vorsicht bei der Schadenkalkulation für Fahrzeuge der Marke Tesla: Die Arbeitszeitwerte bei Audatex stimmen laut ZKF nicht. Betriebe beklagen sich zunehmend über nicht ausreichende Arbeitszeitwerte.

Karosseriereparaturen an Fahrzeugen der amerikanischen Marke Tesla könnten zum Draufzahlgeschäft werden, wenn die Arbeitswerte nicht überprüft werden.(Bild:  Juergen Klasing)
Karosseriereparaturen an Fahrzeugen der amerikanischen Marke Tesla könnten zum Draufzahlgeschäft werden, wenn die Arbeitswerte nicht überprüft werden.
(Bild: Juergen Klasing)

Anfang Dezember erreichte K&L-Betriebe, die als Tesla Body Shop registriert sind, eine irritierende Nachricht: Sie teilte den Betrieben mit, dass die in Audatex hinterlegten Arbeitswerte mit den Garantiearbeitswerten des amerikanischen Automobilbauers übereinstimmen und dass Tesla derzeit keine Arbeitswerte für die Instandsetzungsarbeitszeiten produziere.

Im Grunde nichts Neues, da nahezu alle Arbeitswerte der Fahrzeughersteller auf den für Garantiearbeiten ausgegebenen Arbeitszeitkatalogen beruhen. Bei Tesla wurden die vormals geltenden Arbeitswerte allerdings angeblich auf bis zu ein Drittel des Urspungswerts verringert. Das heißt, für den Ersatz einer Seitenwand erhält der Betrieb nach Audatex-Kalkulation nur noch ein Drittel der vorherigen Arbeitswerte.

Audatex schreibt hierzu folgendes: „Als langjähriger Partner aller an einem Kfz-Schaden Beteiligten – Versicherungen, Sachverständigen und Werkstätten – ist uns als Datenlieferant und Tesla absolut bewusst, dass ein Unfallschaden mit den FRT-Arbeitszeiten der Tesla-Garantieabwicklung, nicht vollumfänglich kalkuliert werden kann. Als Anwender unserer Kalkulationsplattform Audapad Web mit Qapter oder Qapter Claims haben Sie die Möglichkeit, eine Kalkulation mit einem früheren Teilepreisdatum zu erstellen. Diese Funktion liefert Ihnen in allen vorhandenen Datensätzen des Herstellers Tesla nicht nur den Teilepreisstand des ausgewählten Datums, sondern auch die bisherigen Reparaturzeiten.“ Eine Anleitung hierzu finden Audatex-User hier!

Ausdrücklich weist Audatex darauf hin, dass beim Verändern des Teilepreisdatums auch die nicht mehr gültigen Teilepreise in die Kalkulation übernommen würden. Diese könnten über die Funktion der Teilepreismutation in Qapter angepasst werden. Betriebe sollten zudem beachten, dass jeder Nutzer selbst dafür verantwortlich sei, die eigene effektive Arbeitszeit korrekt zu erfassen und es im Ermessen der jeweiligen Versicherung liege, die entsprechenden Kosten zu akzeptieren. „Das internationale Daten-Team der Solera ist an einer zeitnahen Lösung interessiert; daher werden die Gespräche mit Tesla weiterhin mit höchster Priorität und Nachdruck fortgesetzt“, heißt es weiter in dem Anschreiben.

Auch der Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik hat hier beim Datenlieferanten Solera Audatex interveniert. Die Interessengemeinschaft für Fahrzeugtechnik und Lackierung (IFL) will eine technische Mitteilung (TeMi) veröffentlichen, in der erklärt wird, wie mit den in Audatex hinterlegten Arbeitszeiten umzugehen ist und wie sich der Betrieb bei etwaigen Kürzungen durch Rechnungsprüfungsunternehmen verhalten sollte.

Klar ist, dass das Unternehmen seine Arbeitswerte anpassen muss. Thomas Aukamm, Hauptgeschäftsführer des ZKF, erklärt: „Hierbei handelt es sich offensichtlich um ein europäisches Problem. Die Arbeitswerte für den amerikanischen Markt sind unberührt geblieben. Es geht nicht, dass mit zweierlei Maß gemessen wird. Wenn sich nichts ändert, zahlt der Betrieb bei jeder Reparatur drauf.“ zwischenzeitlich habe der Berufs- und Wirtschaftsverband ZKF auch mit der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) gesprochen. Hier finde nun seitens der IFL ein Vergleich der Werte bei einzelnen Beispielsfällen statt, um herauszufinden, ob DAT ebenfalls von dem Thema betroffen sei.

Übrigens ist die Reparatur von Hochvoltfahrzeugen das Kernthema der kommenden Würzburger Karosserie- und Schadenstage im Vogel Convention Center am 22. und 23. März 2024.

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Die Würzburger Karosserie- und Schadenstage vom 22. bis 23. März 2024 sind der Treffpunkt für die K&L-Branche. Festgemacht am Leitthema "E-Mobilität – kurzfristiger Hype oder langfristiger Trend" erwarten Sie auch diesmal wieder zahlreiche Praxisvorträge, Live-Vorführungen und neue Impulse für Ihren Betrieb.

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