H-Kennzeichen-Klassiker 2025 Als James Bond Cabrio wagte und Biodesign cool war

Von sp-x 6 min Lesedauer

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Schon Oldtimer? 2025 können viele Autos mit einem H-Kennzeichen dekoriert werden, die noch gar nicht so alt wirken. Vielleicht liegt es daran, dass nicht wenige der gut 80 Neuheiten des Jahres 1995 – vom unvernünftigen Sportwagen bis zum klassischen Familienkombi – als Kultautos alle Abwrackaktionen überlebten.

Schick in schönen Rundungen: Der kleine Lancia Y kombinierte italienische Alta Moda mit Bio-Couture.  Er wurde von Herbst 1995 bis Spätsommer 2003 gebaut und beerbte den seit 1985 produzierten Y10. Der Y wurde in einer für diese Fahrzeugklasse ungewöhnlichen Vielfalt an Farbtönen und Ausstattungen angeboten. Er war mit Sitzbezügen aus dem Microfaserstoff Alcantara in verschiedenen Farben lieferbar. Kunden konnten unter 13 Standardfarben und 100 weiteren Farbtönen aus dem sogenannten Kaleidos-Programm auswählen. (Bild:  Lancia/Stellantis)
Schick in schönen Rundungen: Der kleine Lancia Y kombinierte italienische Alta Moda mit Bio-Couture. Er wurde von Herbst 1995 bis Spätsommer 2003 gebaut und beerbte den seit 1985 produzierten Y10. Der Y wurde in einer für diese Fahrzeugklasse ungewöhnlichen Vielfalt an Farbtönen und Ausstattungen angeboten. Er war mit Sitzbezügen aus dem Microfaserstoff Alcantara in verschiedenen Farben lieferbar. Kunden konnten unter 13 Standardfarben und 100 weiteren Farbtönen aus dem sogenannten Kaleidos-Programm auswählen.
(Bild: Lancia/Stellantis)

„Steigen Sie ein in den neuen Range Rover, in einen Klassiker, der Zeit und Raum hinter sich lässt“, warb die 1995 im BMW-Konzern beheimatete Marke Land Rover für die Neuauflage ihres Bestsellers – und erklärte ungewollt en passant, was den Reiz eines Oldtimers ausmacht. Es ist das vermeintlich sorgenfreie Lebensgefühl früherer Jahrzehnte und die längst vergangene unbeschwerte eigene Jugend, die Klassiker revitalisieren sollen.

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Und so stürmt heute die Zahl der mindestens 30 Jahre alten H-Kennzeichen-Klassiker von Rekord zu Rekord. Rund 850.000 Oldtimer verzeichnet das Kraftfahrzeug-Bundesamt 2024, Tendenz weiter steigend. Zeitkapseln, die als technisches Kulturgut einige Privilegien, etwa in Umweltzonen, genießen – sofern ein Gutachten den weitgehend originalen und guten Erhaltungszustand des Klassikers bescheinigt. Wer 2025 einen Oldtimer kaufen will, hat die süße Qual der Wahl zwischen rund 80 Neuzugängen, die so bunt sind wie das Jahr 1995, das sie hervorgebracht hat.

Als die Modellvielfalt noch bunt war

Es war alles dabei: von aufregenden Premieren am Taxistand wie der Mercedes E-Klasse (W210) mit Vier-Augen-Gesicht über konservative Stufenhecks in Form von Mitsubishi Carisma, Volvo S40 oder VW Polo Classic bis zur Van-Familie VW Sharan, Ford Galaxy und Seat Alhambra sowie Kombi-Ankündigungen von Audi A4 Avant bis zu Renault Laguna oder Volvo V40. Vor allem aber waren es fröhliche Sonnenflitzer vom Fiat Barchetta bis zum Aston Martin DB7 Volante, die in einem Annum schlechter Wirtschaftsnachrichten Lichtblicke zeigten.

Elf Prozent Arbeitslosenquote, der Abbau von Arbeitsplätzen in den östlichen Bundesländern, zu hohe Lohnkosten im Westen – Deutschland brauchte Mitte der 1990er neuen Schwung. So wie James Bond, der nach ungewöhnlich langer, sechsjähriger Pause wieder in einem Kinoabenteuer auf Schurkenjagd ging, erstmals mit Pierce Brosnan in der Rolle des Geheimagenten 007. Für BMW die Chance zu einem Coup, wie es ihn so noch nie gab: Der neue Roadster BMW Z3 feierte im Blockbuster „GoldenEye“ seine Weltpremiere, natürlich nachgeschärft durch Waffensysteme aus der Werkstatt von Q. Allerdings brauchte Bond die Stinger-Raketen nicht abzufeuern.

Als dicke Turbos und Zwölfzylinder noch legitim waren

Der Z3 avancierte für BMW zum Bestseller. Ob 007 die Karriere dieses Vierzylinder-Senkrechtstarters (Sechszylinder folgten verzögert) befeuerte, lässt sich kaum klären. Jedenfalls lieferte der Roadster exakt das, was der Zeitgeist seit dem 1989 eingeführten Mazda MX-5 liebte: erschwingliche Spaßautos, am besten in Retrodesign oder technischer Tradition. Der Z3 zitierte Details des BMW 507 aus frühen Wirtschaftswunderjahren, die Elise von Lotus den leichten Purismus der 1950er, und die Fiat Barchetta das italienische Spider-Erbe, das alles kombiniert mit Sommerfeeling und Sportsgeist.

Dagegen feierte der offene Ferrari F50 ein halbes Jahrhundert Straßenrennwagen im Zeichen des Cavallino Rampante, der Plymouth Prowler würdigte die Hot Rods der 1930er, der MGF übertrug die Agilität des MGB aus dem Britannien der Swinging Sixties in die Mittelmotor-verliebte Zeit des Millenniumwechsels, der Porsche 911 Turbo (993) zelebrierte mit zwei Turboladern (300 kW/408 PS) plus Allradantrieb einen neuen Leistungszenit, seitdem 20 Jahre zuvor der erste Porsche Turbo die Ära aufgeladener Supercars eingeleitet hatte. Und der Lamborghini Diablo VT bewies mit V-12-Power, dass auch Sant'Agata Bolognese offene Boliden baut, die mit dem Wind um die Wette fahren.

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