Trotz der Corona-Unsicherheiten startet die Nutzfahrzeugmesse Nufam in Karlsruhe in der gleichen Größenordnung wie vor zwei Jahren. Was die Messe für die Kfz-Branche zu bieten hat, erläutert Messe-Manager Jochen Bortfeld.
Die Nutzfahrzeugmesse Nufam erwartet vom 30. September bis 3. Oktober Besucher und Aussteller in Karlsruhe.
(Bild: Messe Karlsruhe)
Die Corona-Pandemie hat nicht zuletzt den Fahrzeug- und Branchenmessen stark zugesetzt. Doch nach der IAA Mobility kann nun auch die alle zwei Jahre stattfindende Nutzfahrzeugmesse Nufam in Karlsruhe ihre Gäste wieder begrüßen. Die Messe, die 2021 zum siebten Mal stattfindet, läuft in diesem Jahr vom 30. September bis zum 3. Oktober. Bei der letzten Auflage im Jahr 2019 kamen 408 Aussteller aus 13 Nationen und rund 26.000 Besucher, damals ein Rekordwert. Wie es in diesem Jahr läuft, erläutert Projektmanager Jochen Bortfeld.
Redaktion: Die Nutzfahrzeugmesse Nufam kann stattfinden. Das ist nun eine gute Nachricht. Doch wie haben die Unsicherheiten im Vorfeld die Zahl und Zusammensetzung der Aussteller verändert?
Jochen Bortfeld ist Projektleiter der Nutzfahrzeugmesse Nufam.
(Bild: Messe Karlsruhe)
Jochen Bortfeld: Nun, die Nufam belegt 2021 erneut eine Ausstellungsfläche von insgesamt 70.000 Quadratmetern, die alle vier Hallen der Karlsruher Messe sowie das angrenzende Freigelände umfasst. Das macht 350 Aussteller aus 13 Ländern in unseren Messehallen.
Was bekommen die Besucher zu sehen?
Zum siebten Mal verbindet die Fachmesse aktuelle Technik mit Mobilitätskonzepten der Zukunft. Die Aussteller präsentieren Fahrzeuge aller Gewichtsklassen, E-Mobilität, alternative Antriebe und Hybridsysteme, Aufbauten und Anhänger, Krane und Hebezeuge, Reifen, Teile, Zubehör, Werkstattausrüstung, Telematiklösungen sowie Dienstleistungen.
Unter den Ausstellern sind zahlreiche Autohändler. Was bietet die Nufam dieser Ausstellergruppe?
Wir haben viele Autohäuser, die schwere und leichte Nutzfahrzeuge im Portfolio haben. Daneben sind aber auch Marken vertreten wie Toyota und Volkswagen, die zum Beispiel vollelektrische und hybride Pkws auf ihren Ständen präsentieren. Mit ihrer hohen Fachbesucherquote aus den Bereichen Transport, Spedition und Logistik, aber auch dem Mittelstand und Handwerk, bietet die Messe diesen Ausstellern eine diverse Zielgruppe, die sich nicht nur für schwere Lkw fasziniert, sondern ebenso für die kleineren praktikableren Mobilitätslösungen.
Drehen wir die Perspektive: Was finden Besucher und darunter speziell Autohäuser und Werkstätten auf der Messe?
Entscheider aus dem Handwerksbereich sind generell eine wichtige Besuchergruppe. Insbesondere der Bereich Werkstatt, Teile und Zubehör ist für die Zielgruppe interessant. Ihnen stellen sich Teilezulieferer und Werkstattprofis vor. Diese Aussteller bieten meistens gleichermaßen Lösungen für den Pkw- und den Nutzfahrzeug-Betrieb an. Eine wichtige Rolle spielen auch die Anbieter aus dem Software- und Digitalisierungsbereich. Deren umfangreiches Angebot eröffnet Werkstattbetreibern und Autohäusern die Möglichkeit, mit neuen Produkten und Dienstleistungen den digitalen Wandel in ihrem Gewerbe voranzutreiben.
Welche Rolle spielt das Thema Elektromobilität auf der Messe?
Die Entwicklung alternativer Antriebe, von Elektromobilität bis Wasserstoff-Brennstoffzellen, ist ein weites Feld – auch auf der Nufam. Gleichzeitig hat die Nachfrage noch nicht das Niveau wie im Pkw-Bereich erreicht. Mehrere Hersteller gehen nun aktuell in die Serienproduktion im Bereich der alternativen Antriebe und es gibt diverse Fahrzeugpremieren, die für diesjährige Nufam angekündigt sind.
Können Sie ein paar konkrete Beispiele nennen?
Unter dem Stichwort Elektromobilität werden die Mercedes-Benz-Partner die komplette E-Van-Reihe vorstellen – darunter den E-Vito, den E-Sprinter, den EQV sowie den E-Canter. Toyota präsentiert mit dem regionalen Partner AHZ elektrisch angetriebene Nutzfahrzeuge wie den Proace City Electric. Das Nutzfahrzeug Zentrum Karlsruhe informiert zum E-Crafter sowie zum Elektro-Van ID Buzz, der ab 2022 erhältlich sein wird. Und die Quantron AG präsentiert als Weltneuheit einen mit Wasserstoff-Brennstoffzelle betriebenen Transporter.
Sehen Sie im Vorfeld ein neben der E-Mobilität weiteres Trendthema, das die Branche bewegt?
Neben der klassischen E-Mobilität stehen natürlich andere alternative Antriebsformen wie die Brennstoffzelle im Fokus. Dazu spielt das Thema Fuhrparkdigitalisierung eine immer größere Rolle. In diesem Bereich bieten viele Aussteller ihre Produkte auf der Messe an. Gleichzeitig beschäftigen einige Dauerbrenner-Themen die Branche seit Jahren. Dazu gehören der Fahrermangel, Fragen der Ladungssicherung und natürlich die Digitalisierung. Die Nufam adressiert all diese Themen. Unsere Aussteller tragen mit ihren Produkten immer wieder zur Lösung dieser Probleme bei.
Damit zusammenhängend: Hat sich die Ausstellerstruktur geändert? Neue Marktplayer wie Tropos oder LEVC finde ich noch nicht in der Ausstellerliste …
Konkret diese beiden angesprochenen Unternehmen sind tatsächlich nicht dabei. Wir können dieses Jahr dennoch einen Zuwachs an Ausstellern im Bereich alternativer Antriebe verzeichnen. So präsentieren die Anbieter leichter elektrischer Nutzfahrzeuge, darunter König Metall – KM Conversion, Idimo Automotive und Etesia, ihre neuen Modelle. Wir sehen außerdem einen starken Zuwachs im Bereich der Digitalisierung.
Stand: 08.12.2025
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