Alu-Bearbeitung: Nieten ziehen, Zeit gewinnen

Autor / Redakteur: Ottmar Holz, Steffen Dominsky / Ottmar Holz

Aluminium ist leicht, stabil und korrosionsbeständig. Besonders im Karosseriebereich setzen die Hersteller daher auf den leichten und günstigen Werkstoff – die Reparatur stellt Werkstätten allerdings vor Herausforderungen.

Der gezogene Stanzniet hinterlässt ein sauberes Loch, das rückseitige Material wird nicht verletzt.
Der gezogene Stanzniet hinterlässt ein sauberes Loch, das rückseitige Material wird nicht verletzt.
(Foto: Bausewein)

Was haben eine gute Jeans und ein neuer Porsche gemeinsam? An den wichtigen Stellen sitzen Nieten. Die jahrzehntealte Fügetechnik erlebt seit geraumer Zeit besonders im Karosseriebau eine Renaissance. Grund dafür ist die immer größer werdende Kluft zwischen möglichst niedrigem Fahrzeuggewicht und bestmöglichem Insassenschutz. Mit althergebrachten Karosserien aus niedrigfestem Stahlblech können die Automobilhersteller den Spagat zwischen fünf Sternen beim NCAP-Crashtest und einem grünen „A+“ auf dem CO₂-Energieeffizienzlabel nicht bewältigen.

Die Lösung bringt ein Materialmix verschiedenster Werkstoffe, von Aluminium und Carbonfasern über Metallschaum bis hin zu höchstfesten Stählen. So besteht die Karosserie eines aktuellen 5er BMW aus elf verschiedenen Materialien. Um diese zu verbinden, war neue Fügetechnik gefragt, denn einige der eingesetzten Werkstoffe lassen sich nicht miteinander verschweißen, oder die strukturellen Eigenschaften des Materials werden durch Schweißen nachteilig verändert.