Amazon wächst im Autoteilegeschäft
Die Internetplattform Amazon etabliert sich als ernstzunehmender Konkurrent im Ersatzteilegeschäft. Die jährlichen Wachstumsraten im Onlinehandel mit Autoteilen werden allerdings sinken, prognostiziert der Verein Freier Ersatzteilemarkt.

Mit einem Umsatzvolumen von 80 bis 120 Millionen Euro liegt der Online-Versandhändler Amazon im Verkauf von Autoersatzteilen in Deutschland bereits auf Augenhöhe mit den großen Händlern wie ATU und Kfz-Teile 24. Den Umsatz erzielt Amazon zum größten Teil im Teilesegment „Easy Products“. Das sind Ersatzteile, für die die Verwender keine Fachkenntnisse benötigen, zum Beispiel Leuchtmittel, Öle und Scheibenwischer. Zu diesem Ergebnis kommt der Verein Freier Ersatzteilemarkt (VREI), der in Zusammenarbeit mit dem Beratungsunternehmen 2HM & Associates die Trends im Onlinehandel von Kfz-Ersatzteilen in Europa analysierte.
„Mit einem Anteil von bis zu zwölf Prozent hat sich der Verkauf von Ersatzteilen über das Internet aus dem Nischendasein befreit und ist mittlerweile ein etablierter Vertriebskanal“, erklärt VREI-Vorstand Thomas Fischer. Zu den Verlierern im Verkauf von Autoersatzteilen und Zubehörartikeln zählen die stationären Fachhändler. Viele Unternehmen in der Teile-Distributionskette müssten sich aufgrund der Entwicklung im Onlinehandel strategisch neu ausrichten, rät Fischer.
Onlinehandel wächst – aber die Dynamik lässt nach
Allerdings wachse das Internetgeschäft mit Ersatzteilen nicht mehr so rasant wie in den vergangenen Jahren. Lagen die jährlichen Wachstumsraten im Zeitraum 2012 bis 2015 in fast allen europäischen Ländern noch im zweistelligen Bereich, ist nach Beobachtungen der Marktanalysten zukünftig „eine Verlangsamung der Wachstumsdynamik zu erkennen“. „In allen untersuchten Ländern sinken die Wachstumsraten bis 2018 unter die Zehn-Prozent-Schwelle, prognostiziert Fischer. Zu den Gründen dafür zählen ein gesättigter Internetmarkt und das schrumpfende Potenzial bei privaten Abnehmern, da durch die technische Komplexität der Fahrzeuge das „Selbermachen“ schwieriger werde.
Die Studie über die Entwicklung im Onlinehandel mit Kfz-Ersatzteilen ist über den VREI erhältlich. Kontakt: andrea.fischer@vrei.de.
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