Anklage gegen Autowelt König
Die Staatsanwaltschaft Hof hat Anklage wegen Steuerhinterziehung gegen Verantwortliche der insolventen Autohandelsgruppe erhoben. Die Ermittlungen laufen bereits seit 2011.

Die Staatsanwaltschaft Hof hat Anklage wegen Steuerhinterziehung gegen Verantwortliche eines inzwischen insolventen Autohauses erhoben. Das geht aus einer Pressemitteilung der Behörde vom Freitag hervor. Nach Informationen der Zeitung „Frankenpost“ soll es sich dabei um den früheren Inhaber der Autowelt König, Thomas König, handeln.
Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, habe es Unregelmäßigkeiten beim Verkauf „einer Vielzahl von Fahrzeugen ins innereuropäische Ausland“ gegeben. Erzielte Einnahmen sind offenbar nicht versteuert worden. Auch in Zusammenhang mit der Abwrackprämie im Jahr 2009 habe es Unregelmäßigkeiten gegeben. Zurückgenommene Autos seien nicht wie vorgesehen in der Schrottpresse gelandet, sondern weiterverkauft worden, berichtet die „Frankenpost“. Die Ermittlungen liefen nach Angaben der Zeitung bereits seit 2011 und stehen damit nicht in Zusammenhang mit der Insolvenz der Handelsgruppe.
Weitere Ermittlungen gegen die Autowelt König wegen des Verdachts der Untreue und des Betrugs im Zuge der Insolvenz sowie wegen möglicher Insolvenzverschleppung hätten dagegen keinen hinreichenden Tatverdacht ergeben und seien eingestellt worden, meldet der „Bayerische Rundfunk“ unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft.
Das 1964 in Wunsiedel gegründete Familienunternehmen war vor allem seit der Jahrtausendwende durch zahlreiche Übernahmen stark gewachsen. Doch offenbar hatten sich die Inhaber mit den zahlreichen Zukäufen verhoben. Die in Schwierigkeiten geratene Unternehmensgruppe holte 2012 den ehemaligen Daimler-Manager Walter Missing als Geschäftsführer ins Boot. Doch auch er konnte das Ruder nicht mehr herumreißen.
Die Autowelt König musste im März 2013 Insolvenz anmelden. Zum Unternehmen gehörten zuletzt 16 Standorte im Norden Bayerns. Mit zuletzt 600 Mitarbeitern und 13.000 verkauften Neu- und Gebrauchtwagen gehörte die Autowelt König zu den größten Autohandelsgruppen Deutschlands. Das Insolvenzverfahren ist inzwischen abgeschlossen. Der Großteil der Standorte wurde veräußert, einige mussten schließen.
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