Gewerbekunden Anteil alternativer Antriebe wächst, die Kritik am Verbrennerverbot auch

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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In den gewerblichen Fuhrparks regiert vor allem der Effizienzgedanke. Wegen der hohen Förderung haben in dieser Zielgruppe zuletzt die alternativen Antriebe geboomt. Doch die Stimmung könnte kippen – zugunsten eines anderen Trends.

Stromer spielen in Fuhrparks derzeit eine wichtige Rolle. Ob das so bleibt, ist aber ganz und gar nicht sicher.(Photo:  Victor S. Brigola/Fraunhofer IAO)
Stromer spielen in Fuhrparks derzeit eine wichtige Rolle. Ob das so bleibt, ist aber ganz und gar nicht sicher.
(Photo: Victor S. Brigola/Fraunhofer IAO)

Die für das Neuwagengeschäft der Hersteller wie auch der Händler essenziell wichtige Fuhrparkgeschäft könnte ein wesentlicher Treiber für die E-Fuels werden. Gleichzeitig gewinnen die alternativen Antriebe in dieser Zielgruppe weiter an Gesicht, wie das aktuelle DAT-Barometer verdeutlicht. Dafür wurden 147 Fuhrparkleiter befragt. Für eine weitere Alternative jenseits des rein elektrischen Antriebs spricht laut der DAT, dass 81 Prozent der befragten Fuhrparkleiter derzeit nicht erwarten, dass ihre Flotte alle Strecken rein batterieelektrisch zurücklegen könnte.

Gleichwohl ist der Anteil der elektrifizierten Modelle binnen eines Jahres deutlich gestiegen. Waren im April 2022 noch 14 Prozent der Fuhrpark-Fahrzeuge Voll- oder Teilzeitstromer, so ist dieser Anteil nun auf 19 Prozent geklettert. Gleichzeitig geht der Anstieg deutlich zulasten des Diesels. Dessen Anteil schrumpfte binnen eines Jahres von 72 auf 64 Prozent. Und auch der Benziner-Anteil legte um 3 Prozentpunkte auf 17 Prozent zu. Damit bleibt der Diesel weiterhin die wichtigste Antriebstechnologie für die Fuhrparks.

Hinsichtlich des geplanten Verbots herkömmlicher Verbrenner äußern sich die Fuhrparkleiter skeptisch. 67 Prozent halten dies für den falschen Weg, 26 Prozent stimmen der strikten Entscheidung zu. Daher verwundert auch nicht, dass zwei Drittel der Befragten E-Fuels als vielversprechende klimaschonende Alternative zur Elektromobilität einstufen. Gefördert wird diese Einstellung sicherlich auch durch die Rückmeldung vieler Dienstwagenfahrer, die gerne wieder zu einem klassischen Verbrenner-Modell zurückkehren möchten (31 %). Insgesamt fühlen sich inzwischen 53 Prozent der Fuhrparkleiter in Sachen E-Fuels gut informiert. Vor einem Jahr lag die Quote nur bei 37 Prozent.

Reduzierte Förderung wird sich auswirken

Deutlich wird aus der aktuellen Befragung die Bedeutung der staatlichen Förderung für die Verbreitung der Elektromobilität nicht nur für Privatkäufer, sondern eben auch für Geschäftskunden. Für 67 Prozent der Befragten waren die günstigen steuerlichen Rahmenbedingungen bei BEV und PHEV einer der wichtigsten Anschaffungsgründe für Pkw mit alternativen Antrieben. Das sind keine guten Vorzeichen für die anstehende weitere Förderabsenkung im gewerblichen Bereich. Der Hochlauf der Elektromobilität müsse intensiv vorangetrieben werden, insbesondere durch langfristig verlässliche Förderinstrumente und einen schnellen Ausbau der Ladeinfrastruktur in ganz Europa, kommentiert der ZDK die Ergebnisse in einer Mitteilung vom Montag (27. März).

Die Lage auf dem Neuwagenmarkt empfinden die Fuhrparkleiter weiterhin als angespannt und von langen Lieferzeiten geprägt. Falls Fahrzeuge im Fuhrpark nicht zum vereinbarten Termin getauscht werden können, würden 80 Prozent der Fuhrparkleiter bestehende Verträge mit ihren Leasinggesellschaften verlängern, um die Mobilität in der Flotte sicherzustellen. Die Neuwagenzahlen bleiben damit also zunächst unter Druck. Sollten dennoch einmal Lücken bei der Fahrzeugversorgung vorhanden sein, greifen die meisten Fuhrparkleiter (77 %) auf eigene Poolfahrzeuge zurück, gefolgt von Pkw der Autovermieter (63 %). Auto-Abos sind bei 21 Prozent der Befragten eine Option, hingegen Carsharing nur bei 7 Prozent.

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