Antriebstechnik: Der Getriebe-Brexit

Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow

Achtganggetriebe sind heute keine Seltenheit mehr. Doch was Land Rover vorhat, sprengt den Rahmen: Ein Getriebekonzept namens Transcend soll im Achtgang-Radsatz eine Geländeuntersetzung unterbringen – Gesamtspreizung 20!

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Der ITC-Drehmomentwandler von Schaeffler bietet Bauraum für einen Schwingungsdämpfer.
Der ITC-Drehmomentwandler von Schaeffler bietet Bauraum für einen Schwingungsdämpfer.
(Bild: Schaeffler)

Jaguar Land Rover ist bislang nicht als Getriebehersteller bekannt. Der britische Edelhersteller nutzt für seine Fahrzeuge ausschließlich Automatikgetriebe von ZF, und zwar in der Neungangversion für quer eingebaute Motoren (etwa beim Range Rover Evoque) oder als Achtgangvariante für den Standardeinbau. Doch was das Unternehmen jüngst verkündet hat, das schlug Wellen in der Getriebebranche: Die Briten entwickeln nicht nur ein eigenes Automatikgetriebe, sondern dieses soll auch noch revolutionäre Eigenschaften haben. Will sich der in indischem Besitz (Tata-Konzern) befindliche Premiumproduzent etwa unabhängig machen von Getriebelieferanten vom Kontinent? Eine Art Getriebe-Brexit also?

Eine Passage im Pressetext stützt diese Vermutung: „Das mit staatlicher Förderung gestartete Transcend-Programm zielt auch darauf, die Produktion von Getrieben ins Vereinigte Königreich zurückzuholen und für den Export von in Großbritannien entwickelten Hybridtechnologien zu werben.“