Antriebstechnik: Stoppt Start-Stopp?

Autor / Redakteur: Steffen Dominsky, Jan Rosenow / Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow

Seit etlichen Jahren beschert uns ein realitätsferner Fahrzyklus nicht nur absurde Verbrauchswerte. Auch ein System, das bei jedem Halt den Motor ab- und erneut wieder anstellt, brachte er hervor – und damit auch das ein oder andere Problem.

Zahlreiche Systeme und Komponenten sind an einem Start-Stopp-System beteiligt. Eine Vielzahl an Bedingungen müssen erfüllt sein, damit dieses in der Praxis auch reibungslos funktioniert.
Zahlreiche Systeme und Komponenten sind an einem Start-Stopp-System beteiligt. Eine Vielzahl an Bedingungen müssen erfüllt sein, damit dieses in der Praxis auch reibungslos funktioniert.
(Bild: Daimler AG)

Schon Bauer Horst lernte in der Landwirtschaftsschule: Eine Maschine macht man aus, wenn man Feierabend macht. Wegen ein paar Sekunden oder Minuten Arbeitsunterbrechung abstellen? Nie im Leben! Das ist Gift für den Motor – erst recht für einen Diesel. Nun hat der durchschnittliche europäische Autobauer vermeintlich wenig Ahnung vom Lehrinhalt der ländlichen Agragrausbildung. Die Tatsache, dass auch Kleinvieh Mist macht, ist in den Entwicklungsetagen der Konzerne jedoch sehr wohl bekannt.

Unter dem Dogma der Politik, den Verbrauch und damit den CO2-Ausstoß ihrer Fahrzeuge auf Teufel komm raus zu senken, entdeckten besagte Konzerne vor einigen Jahren ein System namens „Start-Stopp“ – besser gesagt entdeckten es wieder. Denn neu war das Prinzip keineswegs, den Motor eines Fahrzeugs, das beispielsweise vor einer roten Ampel steht, abzustellen und erst bei Bedarf wieder zu starten. Bereits Mitte der Siebzigerjahre hatte Toyota ein solches Konzept vorgestellt. Anfang der Achtzigerjahre griff es VW/Audi unter dem Namen „Formel E“ hierzulande ohne Erfolg auf und stellte es bald wieder ein.