Antriebstechnik: Verzahnt mit der Zukunft

Autor / Redakteur: Gernot Goppelt / Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow

Wie Getriebe in 15 Jahren aussehen, ist schwer vorauszusagen. Eines wurde auf der diesjährigen VDI-Getriebetagung in Bonn aber klar: Zahnräder bleiben uns erhalten, wahrscheinlich selbst bei reinrassigen Elektroantrieben.

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Beim hybridisierten Handschaltgetriebe von Getrag sitzt die kleine E-Maschine seitlich am Gehäuse.
Beim hybridisierten Handschaltgetriebe von Getrag sitzt die kleine E-Maschine seitlich am Gehäuse.
(Bild: Getrag)

Seit über 30 Jahren ist der VDI-Getriebekongress eine feste Größe in der Welt der Getriebeentwickler. Von einem „Mikrokosmos der Getriebewelt“ spricht der VDI, doch dieser Kosmos öffnet sich mehr und mehr anderen Welten. Sie heißen Automatisierung, Vernetzung und natürlich Elektrifizierung. Zukünftige Getriebe werden vermehrt Teil von Hybridantrieben sein, auch von Elektroautos. Die mögen zwar weniger Gänge benötigen, sind aber umso anspruchsvoller, wenn es beispielsweise um ihre Belastung und Geräuschentwicklung geht.

Professor Carsten Stahl von der TU München stellte zu diesem Thema die interessante Frage: Was wird eigentlich aus Zahnradgetrieben in elektrifizierten Antrieben? Doch zunächst ein Zitat von Daimler-Chef Dieter Zetsche, weil es so schön ist: „Die Elektromobilität ist wie eine Ketchup-Flasche: Man weiß, dass sie irgendwann kommt, aber nicht wann und wie viel.“ Sicher ist allerdings, dass die Anforderungen an die Zahnräder andere sind: Getriebe für Elektromotoren im Auto müssen beispielsweise vom Start weg hohe Drehmomente verkraften. Und der Generatorbetrieb zur Stromerzeugung (Rekuperation) bewirkt Kräfte in umgekehrter Richtung, die es bei Verbrennungsmotoren nicht gibt. Stahl nannte drei Bereiche, die zu betrachten sind: Last, Effizienz und die Akustik.