TÜV-Report Antriebstypische Mängel bei E-Autos

Von Dipl.-Ing. (FH) Kfz-Technik Peter Diehl 3 min Lesedauer

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Unter den 228 untersuchten Pkw-Baureihen des TÜV-Report 2025 finden sich erstmals zehn E-Fahrzeuge. In technischer Hinsicht sind sie weder unsicherer noch sicherer als Pkw mit Verbrennungsmotor. Allerdings zeigen sie Mängel, die für diese Antriebsart typisch sind. Besonders schlecht schneidet der Tesla Model 3 ab.

Für den TÜV-Report 2025 wurden rund 10,2 Millionen Hauptuntersuchungen an Pkw ausgewertet, die zwischen Juli 2023 und Juni 2024 erfolgten.(Bild:  Diehl – VCG)
Für den TÜV-Report 2025 wurden rund 10,2 Millionen Hauptuntersuchungen an Pkw ausgewertet, die zwischen Juli 2023 und Juni 2024 erfolgten.
(Bild: Diehl – VCG)

„Der TÜV-Report 2025 ist kein TÜV-Report wie jeder andere“, betont Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands. Hintergrund: Mit zehn Baureihen wurde erstmals eine nennenswerte Zahl von hauptuntersuchten Pkw mit batterieelektrischem Antrieb ausgewertet, die bei vorherigen Reports stückzahlbedingt unter den Tisch fielen.

Eine dabei gewonnene Erkenntnis lautet: In technischer Hinsicht sind E-Fahrzeuge weder unsicherer noch sicherer als Pkw mit Verbrennungsmotor. Die HU-Prüfer der TÜVe stießen allerdings auf antriebstypische Mängel. Dr. Joachim Bühler: „Die Achsaufhängungen kommen bei vielen Elektroautos nicht mit dem hohen Gewicht der Antriebsbatterie zurecht und verschleißen vorzeitig. Die Bremsen von E-Autos werden aufgrund der Rekuperation seltener genutzt. Die Folge: Die Bremsscheiben weisen Mängel auf und die Bremsfunktion lässt nach.“

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Besonders schlecht schneidet der Tesla Model 3 ab: 14,2 Prozent der geprüften Fahrzeuge fallen bei der ersten HU nach drei Jahren mit erheblichen Mängeln durch. Gleich bei zwei Rankings belegt die Baureihe den letzten Platz: bei den 111 in der genannten Altersklasse geprüften Fahrzeugen und bei den Vier- bis Fünfjährigen. „Neben Mängeln an Bremsen und Achsen treten beim Tesla auch besonders viele Beleuchtungsmängel auf. Das spricht für Defizite bei Service und Wartung“, kommentiert Dr. Joachim Bühler.

Im hinteren Bereich liegt auch der Renault Zoe mit einer Mängelquote von 8,9 Prozent. Wesentlich besser schneidet der VW e-Golf ab, der mit einer Mängelquote von 3,4 Prozent auf dem neunten Platz landet und die Kompaktklasse gewinnt. Ebenfalls vorn mit dabei sind der Hyundai Kona Elektro mit 4,0 Prozent Mängelquote und der Mini Cooper SE mit 4,4 Prozent. Im Mittelfeld liegen VW ID.3 (5,0 Prozent) sowie ID.4 und ID.5 (5,9 Prozent).

Durchschnittliche Durchfallquote: 20,6 Prozent

Über alle Baureihen, Antriebskonzepte und Altersklassen hinweg fallen 20,6 Prozent der hauptuntersuchten Fahrzeuge durch, weil „erhebliche“ oder „gefährliche“ Mängel auftreten. Das sind 0,1 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Dr. Joachim Bühler: „Die Mängelquoten steigen zum dritten Mal in Folge und der Anteil mängelfreier Fahrzeuge nimmt weiter ab. Jeder fünfte Pkw ist mit erheblichen technischen Mängeln unterwegs und muss nach der Reparatur erneut vorgeführt werden.“ Im Untersuchungszeitraum betraf das rund 160.000 Fahrzeuge. Etwa 15.000 Fahrzeuge stuften die TÜV-Prüfer als „verkehrsunsicher“ ein, was Stilllegung an Ort und Stelle bedeutet.

Gesamtsieger mit der niedrigsten Mängelquote des TÜV-Report 2025 ist der Honda Jazz: 2,4 Prozent bei den zwei bis drei Jahre alten Fahrzeugen. „Die anderen Altersklassen gewinnt souverän der Porsche 911 Carrera“, so eine Mitteilung des TÜV-Verbands. „In den verschiedenen Fahrzeugklassen überzeugt unter den Zwei- bis Vierjährigen der Kia Picanto (6,4 Prozent Mängelquote) bei den Minis und bei den Kleinwagen der Gesamtsieger Honda Jazz. Sieger in der Kompaktklasse ist der VW e-Golf (3,4 Prozent) und in der Mittelklasse der Audi A4/A5 (4,7 Prozent). Der VW Golf Sportsvan siegt bei den Vans mit 2,5 Prozent und der Audi Q2 mit 2,6 Prozent bei den SUV.“

Auf Basis der Ergebnisse des TÜV-Report fordert der TÜV-Verband die bessere Überwachung von E-Fahrzeugen (zusätzliche Prüfpunkte plus SoH-Test nach vergleichbaren Standards statt nur Sichtprüfung des HV-Akkus), in diesem Zusammenhang einen besseren Zugang zu Fahrzeugdaten und die digitale Weiterentwicklung der HU. „Prüforganisationen müssen kontrollieren können, ob Fahrzeuge die zugelassene Software in der richtigen Version verwenden“, so Dr. Joachim Bühler.

Für den TÜV-Report 2025 wurden rund 10,2 Millionen Hauptuntersuchungen an Pkw ausgewertet, die zwischen Juli 2023 und Juni 2024 erfolgten. Untersucht wurden 228 Baureihen, darunter zehn batterieelektrisch angetriebene Fahrzeuge. Produziert wurde der TÜV-Report gemeinsam mit der Publikumszeitschrift „Auto Bild“. Seit dem 21. November ist er als separate Zeitschrift im Handel.

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