Arbeitsschutz: Ein Pfund Lack am Tag

Autor / Redakteur: Ottmar Holz / Ottmar Holz

Die gesetzlich vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen werden von Betriebsinhabern und Mitarbeitern oft nicht ernst genommen. Dabei drohen bei Nichtbeachtung langfristig schwere Krankheiten.

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Verarbeitet der Lackierer mehr als 500 Gramm Lack am Tag, muss er Atemschutz mit Fremdbelüftung verwenden.
Verarbeitet der Lackierer mehr als 500 Gramm Lack am Tag, muss er Atemschutz mit Fremdbelüftung verwenden.
(Foto: 3M Deutschland GmbH)

Atemschutz? 50 Prozent benutzen gar nichts, etwa 40 Prozent lackieren nur mit Halbmaske. Bestenfalls jeder zehnte Betrieb hat ein System mit Fremdbelüftung“, so beschreibt Georg Grundmann (Name geändert, der richtige Name ist der Redaktion bekannt) den Ausrüstungsstand vieler Lackierereien. Der Anwendungstechniker für Lack und Lackzubehör eines Werkstattausrüsters muss es wissen, denn er schult die Kunden seines Verkaufsgebiets in Nordbayern vor Ort in ihren Betrieben.

„Das Gebiet betreue ich seit sieben Jahren. In all der Zeit hat nur ein einziger Kunde ein fremdbelüftetes System gekauft – ein Industriebetrieb. Den meisten ist die Investition von etwa 1.500 Euro schlicht zu hoch, die Halbmaske muss reichen“, verdeutlicht Grundmann die Kundenhaltung. Fast alle Masken seien überaltert und schlecht gewartet, die Filter zum Teil seit Wochen im Einsatz.