Atempause des Strukturwandels ist vorbei
Den Branchentreff am Lausitzring bestimmte das Auslaufen der Umweltprämie. Doch nun ist die Atempause vorbei, so ZDK-Präsident Rademacher. Der anstehende Strukturwandel kann schmerzhaft sein.
Die wirtschaftliche Situation und das Auslaufen der Umweltprämie hat das vierte Branchentreff des Landesverbandes Berlin-Brandenburg am Lausitzring geprägt. „Wir müssen auf die Veränderungen aktiv und kreativ reagieren“, forderte Gastgeber Hans-Peter Lange, Präsident des Landesverbandes Berlin-Brandenburg.
Dabei erhielt er Unterstützung von ZDK-Präsident Robert Rademacher. „Der Strukturwandel hat höchstens eine Atempause bekommen. Wir haben es mit einem nicht aufhaltbaren Konzentrationsprozess tun. Aber das sollten wir nicht beklagen, sondern aktiv gestalten“, forderte Rademacher.
Änderungsbedarf sieht Rademacher an diversen Stellen: „Es gibt keinen einfachen Weg zu einer besseren Zukunft ohne Anpassungsmaßnahmen – sowohl auf Seiten der Hersteller als auch auf Seiten der Händler“, stellte Rademacher klar. „Wir müssen auf beiden Ebenen die Kapazitäten überprüfen und der zu erwartenden Anfrage anpassen – auch wenn das weh tut.“
Fortgesetzte Suche nach neuem Geschäftsmodell
Doch Rademacher stellte klar, dass die Strukturanpassungen nur eine Seite der Medaille sind. Zwischen Herstellern und Händlern müsse die Beziehung auf eine neue Grundlage gestellt werden. „Als Verband wollen wir die Rahmenbedingungen zwischen Hersteller und Partner substanziell verbessern“, sagte Rademacher. „Sie müssen allerdings ihr unternehmerisches Schicksal in die eigene Hand nehmen.“
Im laufenden Jahr hat die Umweltprämie für eine Pause beim Wandel der Branche gesorgt. Zwar verursachte die staatliche Förderung von Neuwagen und jungen Gebrauchten den einen oder anderen negativen Nebeneffekt, doch unterm Strich überwiegen die positiven Aspekte deutlich. „Die Umweltprämie ist Geschichte – eine Erfolgsgeschichte“, so Lange.
Politiker bekräftigen Prämiensinn
Ähnlich werten dies auch Politiker. „Es war eine richtige Entscheidung, dass es gemacht wurde“, betonte Reinhold Dellmann, Minister für Infrastruktur und Raumordnung des Landes Brandenburg. In einer wie dieser Situation, in der die Automobilwirtschaft stark gebeutelt ist, müsse man Signale setzen – „nicht nur verbal, sondern durch entsprechende Handlungen.“
Auch Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee zieht ein positives Fazit. Die Umweltprämie habe ein mehr an Sicherheit und mehr an Umweltrelevanz geschaffen. „Ich freue mich, dass dies so gut angenommen wurde.“ Allerdings warnte Tiefensee: „Mit der Wirtschaftskrise sind wir noch lange nicht fertig.“ Die Politik müsse nun Rahmenbedingungen schaffen, dass so etwas nicht mehr passieren kann.
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