ATR geht in die Offensive

Autor / Redakteur: Norbert Rubbel / Norbert Rubbel

Die Auto-Teile-Ring GmbH hat auf ihrem Partner-Kongress mit Gerüchten zum Austritt von Wessels + Müller aus der ATR aufgeräumt und neue Qualifizierungsmaßnahmen angekündigt.

ATR-Geschäftsführer Roland Dilmetz will die Qualität der Werkstattpartner ausbauen.
ATR-Geschäftsführer Roland Dilmetz will die Qualität der Werkstattpartner ausbauen.
(Foto: ATR)

Nach dem Ausscheiden von Wessels + Müller SE (WM) aus der Auto-Teile-Ring GmbH (ATR) will die Stuttgarter Handelskooperation mit ihren Gesellschaftern Stahlgruber und Matthies in die Qualitätsoffensive gehen. „Heute präsentieren wir uns als Ihr starker Partner und legen jetzt und in Zukunft Wert auf die Qualitätssicherung und den Qualitätsausbau“, sagte ATR-Geschäftsführer Roland Dilmetz anlässlich des Werkstatt-Partner-Kongresses zu den rund 1.800 Teilnehmern am Wochenende in Berlin.

Eigentlich sollte der Kongress bereits im Sommer des letzten Jahres stattfinden. Doch der Termin fiel ins Wasser. Als Gründe nannte Dilmetz die „unsichere Situation“ sowie „Gerüchte über WM und die Auflagen des Bundeskartellamtes zu Standortschließungen“. „Entgegen allen Dolchstoßlegenden war der Austritt von Wessels + Müller aus der ATR keine Auflage des Bundeskartellamtes, sondern eine bewusste unternehmerische Entscheidung von WM“, betonte der ATR-Geschäftsführer. So hätte nach Aussagen von Dilmetz die Bundesbehörde den Zusammenschluss von WM und Trost ohnehin untersagt, wenn nicht WM angeboten hätte, Standorte zu verkaufen und aus der ATR auszutreten.

Viele Werkstattpartner blieben WM treu

Mit dem Ausscheiden aus der Stuttgarter Handelkooperation musste Wessels + Müller nicht nur neun Standorte verkaufen. Dem Großhändler wurde auch die Betreuung der ATR-Werkstattkonzeptpartner untersagt. Das waren bis August des letzten Jahres immerhin 500 AC Auto-Check-, 425 Meisterhaft- und 80 Autopartner-Betriebe. Eine Fortführung der ATR-Werkstattkonzepte durch WM sei weder sinnvoll noch möglich, erklärte Dilmetz. „Denn die Markenrechte liegen bei der ATR und sind deshalb nur für die Gesellschafter zugänglich.“

Dennoch blieb die Mehrheit der Konzeptpartner Wessels + Müller als Hauptlieferanten treu. Sie wechselten zu einem der WM-Werkstattkonzepte wie Auto-Team, Auto-Pro, Bosch-Car-Service oder Auto Crew. Nur 71 Konzeptnehmer von AC Auto Check, 52 von Meisterhaft und 15 von Autopartner blieben im ATR-Verbund.

Werkstatttests sollen die Arbeitsqualität verbessern

Heute betreut die Systemzentrale von ATR etwa 1.700 Werkstattpartner. Für den Marketingleiter und Prokuristen der ATR-Service GmbH Thomas Sülzle ist aber nicht die Anzahl der angeschlossenen Betriebe wichtig, „sondern die Qualität der Partner“. Und die will Sülzle durch imagefördernde Werbemaßnahmen, technische Schulungen, kontinuierliche Trainings und interne Werkstatttest weiter verbessern.

Den letzten Werkstatttest von ATR bestanden zwar 74 Prozent der Werkstattkonzeptpartner mit Bravour. Doch ein Viertel der getesteten Betriebe bekam die „rote Karte“ und fiel glatt durch. Hier besteht laut Sülzle Handlungsbedarf. Einige Betriebe hätten bei der Fehlerfindung am Fahrzeug noch Probleme. 17 Prozent der nicht bestandenen Werkstätten hätten nicht alle Arbeitspositionen aus der Wartungsliste abgearbeitet. „Dadurch gehen den Betriebsinhabern wichtige Umsatzpotenziale verloren“, sagte der Marketingleiter und fügte hinzu: „Wir werden auch weiterhin bei unseren Werkstattkonzeptpartnern Qualitätschecks durchführen.“

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