ATU-Übernahme ist abgeschlossen

Autor Andreas Wehner

Nachdem es kurz vor Schluss noch einmal eng wurde für die angeschlagene Werkstattkette, ist die Übernahme durch die französische Mobivia-Gruppe nun endgültig unter Dach und Fach.

Anbieter zum Thema

Seit dem 17. November hat eine Notgeschäftsführung bei ATU das Heft in der Hand.
Seit dem 17. November hat eine Notgeschäftsführung bei ATU das Heft in der Hand.
(Bild: ATU)

ATU hat nun endgültig einen neuen Eigentümer. Die französische Mobivia-Gruppe habe den Erwerb der Werkstattkette nun abgeschlossen, nachdem alle vertraglichen Bedingungen erfüllt sind, teilte ATU am Donnerstag mit. „Wir haben nun einen langfristig denkenden, strategischen Partner aus unserer Branche, der uns helfen wird, die Neuausrichtung von ATU zu beschleunigen und zum Erfolg zu führen“, sagte Jörg Werner, Vorsitzender der ATU-Geschäftsführung.

ATU war noch vor zwei Wochen knapp an einer Insolvenz vorbeigeschlittert. Mobivia hatte zwar bereits im September einen Kaufvertrag unterschrieben, allerdings unter Vorbehalt: Das Unternehmen war nicht bereit, die hohen Mieten für knapp die Hälfte der rund 600 ATU-Filialen zu bezahlen. Unternehmenskreisen zufolge musste ATU in einigen Betrieben bis zu zwölf Euro Miete pro Quadratmeter zahlen. Marktüblich sind dagegen etwa vier Euro. Der Vermieter hatte zuletzt zwar marktübliche Mieten in Aussicht gestellt, verlangte dann aber noch eine Sonderzahlung von 100 Millionen Euro. Diese war offenbar erst wenige Stunden vor Ablauf einer Frist noch reduziert worden, sodass es doch noch zu einer Einigung kam.

ATU bleibt der Mitteilung zufolge als eigene Marke erhalten und wird als eigenständiges Unternehmen weiterhin seinen Sitz in Weiden haben. Die Mobivia-Gruppe gehörte in der Werkstatt-Branche schon bisher zu den weltweiten Schwergewichten. Mit der Übernahme von ATU baut das Unternehmen seine führende Marktstellung in Europa aus und erweitert seine Aktivitäten auf Deutschland, Österreich und die Schweiz. Bislang war Mobivia bereits in 16 Ländern Europas, Nordafrikas und Südamerikas mit den Marken Norauto, Midas, Carter-Cash, Auto 5, Synchro Diffusion, Bythjul und Skruvat aktiv.

Insgesamt gehören nach der Übergabe künftig knapp 2.000 Werkstätten und mehr als 21.000 Mitarbeiter zu dem Unternehmen. Der gemeinsame Jahresumsatz soll sich den Angaben zufolge auf rund 2,8 Milliarden Euro belaufen.

(ID:44441844)