Audi-Powerdiesel: Stark wie ein Achtzylinder

Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow

Die neue Sportvariante des Audi Q5, der SQ5 TDI, besitzt einen wahrhaft bärigen Antrieb: einen V6-Turbodiesel mit 313 PS.

Hinter dieser sportlichen Front sitzt kein V8, sondern Audis stärkster Dieselmotor.
Hinter dieser sportlichen Front sitzt kein V8, sondern Audis stärkster Dieselmotor.
(Foto: Audi)

Diesel für die Masse, Benziner für die Rasse – das ist vorbei: Immer häufiger setzen die deutschen Premiumhersteller leistungsstarke Selbstzünder in den sportlichen Spitzenmodellen ihrer Fahrzeugpalette ein. Neuestes Beispiel ist der Audi Q5: In seiner Sportversion SQ5 arbeitet nicht etwa ein heißer Kompressor-V6 oder ein hochdrehender V8, sondern der stärkste Diesel-Sechszylinder, den Audi bislang gebaut hat.

Mit 230 kW/313 PS und einem maximalen Drehmoment von 650 Newtonmetern treibt er den Mittelklasse-SUV wuchtig voran: In nur 5,1 Sekunden beschleunigt der Zweitonner von 0 auf 100 km/h. Trotzdem soll der SQ5 im Durchschnitt nur 7,2 Liter Kraftstoff verbrauchen.

Dazu trägt nicht zuletzt die Achtgangautomatik mit ihrer großen Spreizung bei, die den leistungsstarken Ölmotor selbst bei hohen Geschwindigkeiten im verbrauchsgünstigen Drehzahlbereich arbeiten lässt. Ein Start-Stopp-System, bedarfsgerecht geregelte Nebenaggregate und ein Thermomanagement sind weitere dieselsparende Feinheiten.

Der kleine und der große Lader

Der Spitzendiesel ist als Biturbo konzipiert – zwei in Reihe geschaltete Lader sorgen für einen schnell einsetzenden und auch bei hohen Drehzahlen anhaltenden Ladedruck. Eine unterdruckbetätigte Klappe, das sogenannte Turbinenumschaltventil, verbindet sie miteinander. Bei niedrigen Drehzahlen ist es geschlossen, und der kleine Lader mit seiner variablen Turbinengeometrie leistet den größten Teil der Arbeit. Der große Lader verdichtet die Ansaugluft lediglich vor. Ab etwa 2.500 min-1 beginnt sich die Klappe zu öffnen, und der kleine Lader übergibt die Hauptarbeit zunehmend an sein großes Pendant. Im Bereich zwischen 3.500 und 4.000 Touren öffnet das Ventil ganz, jetzt arbeitet nur noch der große Lader.

Mit dieser Technik erreicht der drei Liter große V6 fast die Leistungsdaten des 4,2-Liter-V8-TDI, den es bei Audi noch in den Modellen A8 und Q7 gibt. Mit dem Sound des hochaufgeladenen Motors waren die Audi-Entwickler jedoch nicht zufrieden und bauten deshalb einen sogenannten Soundaktuator in die Abgasanlage ein. Bei diesem von Eberspächer entwickelten Produkt handelt es sich im wesentlichen um einen Lautsprecher, der zwei Aufgaben erfüllt: Über ein Modulationsverfahren überlagert er typische Abgasgeräusche mit einem definierten Schwingungsmuster und unterdrückt so unerwünschte Geräusche. Gleichzeitig untermalt er die Kraftentfaltung des 3.0 TDI Biturbo mit einem „satten, sonoren Klangteppich“, wie es bei Audi heißt.

Der SQ5 mit dem neuen Powerdiesel ist ab Frühjahr 2013 zu haben und kostet mindestens 58.000 Euro. Wer ihn lieber im Gewand einer schnittigen Limousine erleben will, der kann ihn auch im A6 kaufen. Und wer wissen will, ob mit einem Sechszylinder-Diesel noch höhere Leistungswerte möglich sind, als Audi sie hier demonstriert, der muss sich den BMW M550d anschauen, den ersten Diesel mit dem „M“-Logo. Er protzt mit drei Turboladern, 280 kW/381 PS und 740 Newtonmetern.

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