Aufbereiter ermutigen zu Firmengründungen

Autor Dr. Martin Achter

Der Bundesverband Fahrzeugaufbereitung sieht die Branche im Aufwind. Die Weiterbildung zum Aufbereiter ist laut Verbandspräsident Markus Herrmann eine gute Grundlage für Existenzgründer.

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Laut Verbandspräsident Markus Herrmann haben Firmengründer gute Aussichten, da die Zahl der Fahrzeuge, die Halter in die Hände professioneller Aufbereiter geben, Jahr für Jahr steigt.
Laut Verbandspräsident Markus Herrmann haben Firmengründer gute Aussichten, da die Zahl der Fahrzeuge, die Halter in die Hände professioneller Aufbereiter geben, Jahr für Jahr steigt.
(Foto: Herrmann Kfz-Aufbereitung)

Redaktion: Seit drei Jahren nun gibt es die Weiterbildung „Zertifizierter Fahrzeugaufbereiter“. An welche Zielgruppe richtet sich der Bundesverband mit dieser Ausbildung?

Markus Herrmann: Die Ausbildung richtet sich an alle, die Spaß im Umgang mit Fahrzeugen haben. Interessenten müssen nicht zwingend einen technischen Beruf im Kfz-Gewerbe erlernt haben. Wir wollen durchaus auch Quereinsteiger ansprechen. Ein Mechaniker ist nicht zwingend gleich ein guter Aufbereiter. Auch müssen Interessenten keine Verbandsmitglieder sein. Es hat sich aber gezeigt, dass der Großteil der Bewerber aus dem Kfz-Bereich kommt.

Praktische Vorkenntnisse sind also nicht zwingend erforderlich?

Nein, vielleicht haben Kursteilnehmer mit fachlichen Vorkenntnissen am Anfang Vorteile. Im Laufe der Zeit aber können Quereinsteiger ein gleichwertiges oder höheres Niveau wie Kollegen mit Erfahrung erreichen. Ungleichheiten nivellieren sich im Laufe der Zeit. Eine Sonderstellung haben vielleicht Lackierer. Spotlackierungen können sich komplex gestalten, etwa was den Übergang zwischen der Beilackierung und der unbearbeiteten Oberfläche angeht. Der Spaß der Interessenten am Umgang mit Autos sollte aber bis ins Detail gehen. Denn die Summe der Details macht für uns die Qualität des aufbereiteten Fahrzeugs aus. Dafür verspricht der Beruf des Aufbereiters tagtäglich wahre Erfolgserlebnisse innerhalb von Stunden, wenn man ein aufbereitetes Fahrzeug sieht.

Mit welchem Ziel hat der Bundesverband die Ausbildung geschaffen? Warum ist eine Zertifizierung zum Fahrzeugaufbereiter sinnvoll?

Uns ging es zunächst darum, ein Berufsbild zu schaffen. So weit sind wir aber noch nicht. Jedoch erkennen die Unternehmen der Kfz-Branche unsere Zertifizierung an. Wir wollten für unsere Mitgliedsbetriebe mit der Zertifizierung eine Möglichkeit schaffen, sich am Markt zu differenzieren. Dies ist nur über eine gute Ausbildung und fundiertes Wissen der Mitarbeiter in den Betrieben erreichbar. Wir stellen bei Besuchen in Unternehmen immer wieder fest, dass Fahrzeugaufbereitung oft in einem unzureichenden Umfeld ausgeführt wird und dem Personal nötiges Hintergrundwissen fehlt, etwa zum richtigen Umgang mit Materialien. Ein Beispiel ist das Verhalten von Chemikalien auf bestimmten Oberflächen. Was bewirkt eine Säure, was eine Lauge, wann braucht es pH-neutrale Mittel? Es passiert immer wieder, dass es durch den nicht sachgerechten Einsatz von Substanzen zu Schäden an Fahrzeugen kommt. Ein weiterer Aspekt ist, dass die Produktvielfalt wächst.

Wie fällt Ihre bisherige Bilanz für das Weiterbildungsangebot aus?

Bisher haben 150 Teilnehmer unsere Ausbildung absolviert. Wir verspüren großen Zuspruch. Pro Quartal melden sich rund 50 Interessenten. Aus unserer Sicht erlebt die Branche gerade ihren Frühling. Wir haben die Nische verlassen. Die Bundesagentur für Arbeit und die IHK arbeiten schon lange mit uns zusammen. Auch nehmen Bildungsträger wie Handwerkskammern und private Institute unser Angebot wahr. Gerade im Bereich Smart Repair hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Wir sind wahre Spezialisten geworden, mit denen Privatkunden, aber auch Autohäuser viel Geld sparen können.

Wie läuft die Ausbildung ab?

Die Ausbildung dauert drei Monate und hat praktische und theoretische Anteile. Der Ausbildungsteilnehmer bleibt während der Zeitdauer im Betrieb, wo er praktisch arbeitet und lernt. Die theoretische Information kommt über ein Onlineportal und gliedert sich in acht Lerneinheiten. Themenblöcke sind etwa Materialkunde, Betriebsorganisation oder gesetzliche Regelungen. Interessenten, die keinen Ausbildungsbetrieb haben, können wir auch Betriebe vermitteln.

Mit welchen Kosten ist die Weiterbildung verbunden?

500 Euro kostet die Ausbildung für externe Teilnehmer, 340 Euro für Verbandsmitglieder. Dabei sind Prüfungsentgelte schon enthalten. Der Verband mit seinen 170 Mitgliedsbetrieben, die für zwei Millionen aufbereitete Fahrzeuge pro Jahr stehen, subventioniert die Ausbildung.

Welche Chancen ergeben sich für Lehrgangsteilnehmer?

Die Ausbildung bietet unter anderem eine gute Grundlage zur Existenzgründung. Wir ermutigen Teilnehmer, sich selbstständig zu machen. Es handelt sich nicht nur um einen schönen Beruf. Der Bereich Fahrzeugaufbereitung ist auch ein absoluter Wachstumsmarkt. Die Zahl der Fahrzeuge, die zu uns Aufbereitern kommen, wächst Jahr für Jahr. Autos sind immer langlebiger. Die Eigentümer müssen in den Werterhalt investieren.

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