Aufgepasst bei Arbeiten am Lenkgetriebe

Autor / Redakteur: Steffen Dominsky / Steffen Dominsky

Werkstätten verwenden bei der Montage von Lenkgetrieben haufig nicht originales Material. Dadurch entstehen schnell Folgeschäden, die im schlimmsten Fall zum kompletten Ausfall der Lenkunterstützung führen, warnen die Experten von ZF Services.

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So nicht: mittels Schlauchschelle montierte Lenkmanschette.
So nicht: mittels Schlauchschelle montierte Lenkmanschette.
(Foto: ZF Services)

Benötigt der Autofahrer mehr Kraft als gewöhnlich beim Lenken und treten hierbei noch Geräusche zutage, kann das an einem undichten Lenkgetriebe liegen. Das tritt „seltsamerweise“ häufig dann auf, wenn kurz zuvor das Lenkgetriebe erst getauscht wurde, zum Beispiel nach einer Unfallreparatur.

Die Ursache laut ZF Services: Bei der Montage hat die Werkstatt kein Material nach OE-Spezifikation oder ungeeignetes Werkzeug verwendet. So können die verwendeten Lenkmanschetten zum Teil einen zu großen Durchmesser an den Dichtsitzanbindungen aufweisen. Auch bei Spurstangen dieser Art entsprechen die Durchmesser am Dichtsitz vielfach nicht denen von Original-Bauteilen.

Die Experten von ZF Services warnen dringend davor, Kabelbinder und Universalschlauchschellen als Befestigungsmittel für Lenkmanschetten einzusetzen. Sie dichten weder ausreichend noch dauerhaft ab und können so Bypässe verursachen. Durch diese kann dann Schmutz und Feuchtigkeit ungehindert eindringen.

Unausweichliche Folge ist, dass die Zahnstange korrodiert und die hydraulischen Dichtungskomponenten im Lenkgetriebe irreparabel geschädigt werden. Das Lenkgetriebe wird undicht, verursacht Geräusche und die Lenkunterstützung kann komplett ausfallen. Ein weiterer Austausch wäre unausweichlich.

Um dies zu verhindern, empfiehlt ZF Services, beim Einbau von ZF-Parts-Lenkgetrieben ohne vormontierte Spurstangen und Lenkmanschetten ausschließlich Ersatzteile der Marke Lemförder zu verwenden. Diese entsprechen den OE-Spezifikationen. Die Befestigungsschellen für die Lenkmanschetten dürfen zudem nur mit geeignetem Werkzeug und nach Herstellerangaben montiert werden. Damit ist sichergestellt, dass sie zuverlässig und dauerhaft abgedichtet sind.

Soll sollte es aussehen: Lenkgetriebe mit korrekt montierten Lenkmanschetten unter Zuhilfenahme entsprechender Teile.
Soll sollte es aussehen: Lenkgetriebe mit korrekt montierten Lenkmanschetten unter Zuhilfenahme entsprechender Teile.
(Foto: ZF Services)

Ein weiterer Tipp seitens ZF: An den Dichtsitzen einfach ein paar Gramm säurefreies Fett aufbringen. Dies erleichtert die Montage der straff sitzenden Lenkmanschetten und bringt eine zusätzliche Abdichtwirkung. Noch einfacher für die Werkstatt wird der Einbau, wenn sie ZF-Parts-Lenkgetriebe mit vormontierten Spurstangen und Lenkmanschetten verwendet. Diese bietet ZF Services ebenfalls für viele Fahrzeugtypen an. Bei der „Langversion“ sind die Spurstangen und Manschetten bereits ab Werk nach Herstellervorgabe montiert. Die Werkstatt muss keine Zeit zum Teileumbau und zum Abdichten investieren.

Umfangreiche Informationen zum Einbau von Lenkungsteilen der Marken Lemforder und ZF Parts erhalten Werkstätten im Rahmen der Schulungsangebote von ZF Services. Hier vermitteln technische Trainer theoretisch und praktisch den Umgang mit ZF-Originalersatzteilen bei Diagnose, Service und Reparaturarbeiten. Einbauanleitungen und Serviceinformationen finden Interessierte auch online unter www.zf.com/serviceinformation.

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