Ausbildung der Generation Z
Was kann das Kfz-Gewerbe tun, um auch in Zukunft eine attraktive Ausbildungsbranche für Jugendliche zu bleiben? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Jahrestagung des Strategiekreises Autoberufe und der Landesverbände.
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Wer auf der Suche nach Azubis ist und sich Jugendlichen als Arbeitgeber präsentieren möchte, kommt um digitale Medien und soziale Netzwerke nicht herum. Das wurde auf der gemeinsamen Jahrestagung des Strategiekreises Autoberufe und der Kfz-Landesverbände am 1. Februar in Einbeck deutlich. Bildungsexperten von Automobilherstellern, -importeuren und Landesverbänden diskutierten auf Einladung des ZDK über die Zukunft der Nachwuchsgewinnung im Kfz-Gewerbe.
Wer nun denkt „Ich bin auf der sicheren Seite, denn mein Autohaus ist bei Facebook und damit bei Jugendlichen präsent“, sollte sich allerdings nicht wundern, wenn es mit der Ansprache der Zielgruppe nicht klappt. Denn für die Generation Z – also die Geburtsjahrgänge zwischen 1995 und 2010 – ist Facebook schon wieder ein alter Hut, digitale Heimat ihrer Eltern und nicht für sie. Die heutige Jugend tummelt sich auf Snapchat, Instagram, Whatsapp und Youtube, erklärte Jörg Flachowsky den Teilnehmern. Als Mitarbeiter des Kinder- und Jugendverlags „Jungvornweg“ kennt er die Zielgruppe, aber auch das Kfz-Gewerbe. Im Auftrag der Initiative Autoberufe bringt Jungvornweg das Grundschulmagazin „Blinka“ heraus.
Flachowsky beschrieb die Generation Z außerdem als digital vernetzt und ausgesprochen multitaskingfähig, aber leider auch mit wenig Durchhaltevermögen ausgestattet. Die Kommunikation erfolge über Smartphone-Messenger, die Grenzen zwischen digitalem und realem Leben hätten sich für sie aufgelöst.
Klare Grenzen zögen die Jugendlichen im Gegensatz zur Vorgängergeneration dagegen zwischen Beruf und Privatleben. Ziel sei nicht mehr eine gute Work-Life-Balance, sondern eine klare Abtrennung der beiden Bereiche. Demzufolge betrachten sie eine Festanstellung mit klar geregelten Arbeitszeiten und -orten sowie sicherer Vergütung als erstrebenswert.
Azubis als Testimonials
Was die Betriebe des Kfz-Gewerbes dafür tun können, um diese Jugendlichen der Generation Z für eine Ausbildung zu gewinnen und als Fachkräfte der Zukunft an sich zu binden, diskutierten die Tagungsteilnehmer in zwei Workshops. Eine Erkenntnis dabei: Eine Digitalisierung der Ausbildung durch den vermehrten Einsatz von E-Learning-Elementen ist unvermeidlich. Eine weitere: Bewegtbilder wie Youtube-Videos werden im Recruiting immer wichtiger. Und schließlich: Um bei Jugendlichen für die Autoberufe zu werben, sollte man auf Azubis zurückgreifen.
Diese sind nämlich nah an der Zielgruppe dran und außerdem besonders glaubwürdige Testimonials für die Qualität der Ausbildung. Das gilt übrigens für soziale Netzwerke, wo sie beispielsweise ein Ausbildungstagebuch führen könnten, ebenso wie für Informationsveranstaltungen im „richtigen Leben“, beispielsweise in Schulen.
Letztere, so lautete eine weitere Erkenntnis der Debatte, hätten nämlich aller Digitalisierung zum Trotz nicht an Bedeutung verloren. Auch Lehrer und vor allem Eltern seien nach wie vor wichtige Einflussfaktoren auf die Berufswahl der Jugendlichen. Kaum noch eine Rolle spielt dagegen bedrucktes Papier in Form von Flyern etc.
Abgerundet wurde die Tagung durch aktuelle Informationen aus der Abteilung Berufsbildung. Hier hatte ZDK-Geschäftsführerin Birgit Behrens positive Nachrichten zu vermelden. Sowohl beim Kfz-Mechatroniker als auch beim Automobilkaufmann seien die Ausbildungszahlen im vergangenen Jahr spürbar nach oben gegangen.
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