Ausbildung für Teile- und Zubehör-Profis

Autor / Redakteur: Edgar Schmidt / Johannes Büttner

Das Kfz-Gewerbe hat eine neue Weiterbildungsstufe zum Geprüften Automobil-Teile- und Zubehörverkäufer (GATZ) entwickelt. Die MAN Truck & Bus Deutschland GmbH ließ sich als erstes Unternehmen für die Ausbildung zertifizieren.

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Neben dem Service ist der Teileverkauf ein wichtiges Standbein von Kfz-Betrieben. Serviceberater haben jedoch oft nur wenig Zeit, Ersatzteile und Zubehör zu verkaufen. Deshalb hat eine neue Gütegemeinschaft die Weiterbildungsstufe zum Geprüften Teile und Zubehörverkäufer (GATZV) nach dem Vorbild des Geprüften Automobil-Serviceberaters entwickelt.

Durch die Schulung können Kfz-Betriebe künftig für den Verkauf von Waren und Dienstleistungen auf mehr kompetent ausgebildete Mitarbeiter zurückgreifen. In der Gütegemeinschaft GATZV arbeiten bisher die Hersteller/Importeure Audi, BMW, Daimler, MAN, Mitsubishi, Peugeot, Porsche, Volkswagen und Volvo mit.

Genau wie beim Geprüften Automobil-Serviceberater erfolgt die Schulung zum Teile- und Zubehörverkäufer in einem dualen System aus Seminar- und Betriebsphasen. Deshalb müssen Schulungsteilnehmer bei einem Kfz-Betrieb angestellt sein, dessen Hersteller bzw. Importeur sich für die Qualifizierung hat zertifizieren lassen. Bei privaten Schulungsanbietern und bei Handwerkskammern bzw. Industrie- und Handelskammern ist die Weiterbildung nicht möglich.

Eine weitere Voraussetzung ist eine erfolgreich abgeschlossene kfz-technische Berufsausbildung. Teilnehmer, die aus einem kaufmännischen Beruf kommen, können alternativ einen Eingangstests mit Fragen zur Kfz-Technik ablegen.

Erste Zertifizierungsurkunde überreicht

Als erstes Unternehmen hat sich MAN Truck & Bus Deutschland GmbH (MTBD) im Februar für die GATZV-Ausbildung zertifizieren lassen. Die Vertriebstochtergesellschaft der MAN AG hat den Lehrgang gemeinsam mit der Kölner Personalberatung U.S. Training entwickelt, die auch die Schulungen durchführt.

Wie schon bei den Schulungen zum Geprüften Automobil-Serviceberater schult MTBD zuerst die Führungskräfte in den Stützpunkten und bei den Servicepartnern. Denn diese sollen dann ihre Mitarbeiter, die ebenfalls an der Ausbildung teilnehmen, als Ausbildungsverantwortliche betreuen.

Das Konzept der GATZV-Ausbildung sieht vor, dass die Teilnehmer in den Betriebsphasen die Seminare jeweils gemeinsam mit den Ausbildungsverantwortlichen ihres Betriebs vor- und nachbereiten. Außerdem müssen sie in den Betriebsphasen unterschiedliche Aufgaben bearbeiten, für die ihnen der Ausbildungsverantwortliche mit Rat und Tat zur Seite stehen soll.

Mindeststandards für die GATZV-Ausbildung

Die von der Gütegemeinschaft erarbeiteten Mindeststandards der GATZV-Ausbildung sehen zwölf Seminartage und fünf Betriebsphasen vor. Damit dauert sie mindestens fünf Monate. MTBD sieht in seinem Schulungskonzept sogar 16 Schulungstage vor und lässt die Ausbildung über acht Monate laufen.

Die Themen der Seminarphasen:

  • Marketing im Teile- und Zubehörbereich
  • Wirtschaftlichkeit
  • Rechtliche Grundlagen
  • Organisation im Teile- und Zubehörbereich
  • Die Persönlichkeit des GATZV
  • Kommunikations- und Gesprächstechniken

Die Ausbildung schließt mit einer privatrechtlichen Prüfung ab. Sie ist bundesweit im gesamten Kfz-Gewerbe anerkannt.

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