Ausbildung: Vom Flüchtling zum Azubi
Im Opel-Autohaus Gierten haben im August zwei Kriegsflüchtlinge aus Syrien ihre Lehre zum Kfz-Mechatroniker begonnen. Ein Integrationsprojekt, das im Kfz-Gewerbe Schule machen sollte.
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Vor drei Jahren studierte Mohammad Hamo Laila IT in Damaskus, sein Bruder Yazan hatte gerade ein Designstudium begonnen. Mohammad war stolzer Besitzer eines Opel Manta, den er in seiner Freizeit leidenschaftlich hegte und pflegte. Dann kam der Krieg. Um die Flucht zu finanzieren, musste die Familie ihre gesamten Wertsachen verkaufen – inklusive Mohammads geliebtem Opel. Die beiden Söhne machten sich als Erstes auf den Weg nach Deutschland – für den gefährlichen Weg über Libyen und Italien brauchten sie knapp eineinhalb Jahre. Ihre Endstation: das Flüchtlingsheim in Monheim bei Leverkusen.
Dort begann wie für Abertausend andere Flüchtlinge auch die lange Zeit des Wartens – warten auf die Genehmigung des Asylantrags und warten auf das, was die Zukunft in Deutschland bringt. Die Tage in den Flüchtlingsheimen sind lang. Abwechslung in den monotonen Alltag brachte für die beiden Brüder lediglich der Deutschkurs. Genau dieser entpuppte sich als das große Los für die beiden lernwilligen Syrer. Ein gutes Jahr nachdem sie Deutschland erreicht hatten, wurden sie von dort aus direkt ans Opel-Autohaus Gierten vermittelt. Zum 1. August haben die beiden im Langenfelder Betrieb ihre Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker begonnen. Geschäftsführer Michael Esser hatte sich im Juni spontan entschieden, die Zahl seiner Ausbildungsplätze für das kommende Lehrjahr von zwei auf vier zu verdoppeln, um zwei Flüchtlingen die Chance auf eine berufliche Zukunft in Deutschland zu ermöglichen.
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