Ausbildungsordner hilft Betrieben und Azubis

Redakteur: Johannes Büttner

Die Kfz-Innung Innung Waldeck-Frankenberg engagiert sich ganz besonders in Sachen Ausbildung. Lehrlingswart Hans-Konrad Trusheim (re.) organisiert Bewerbereignungstests und hat einen Ausbildungsordner initiiert.

Für eine erfolgreiche Ausbildung müssen alle Beteiligten vertrauensvoll zusammenarbeiten – Betriebe, Ausbilder, Berufsschullehrer und nicht zuletzt der Azubi selbst.

Doch in der Realität hakt es immer wieder an der einen oder anderen Stelle. Erster Ansprechpartner sollte dann der Lehrlingswart sein. Diesen Posten hat in der Kfz-Innung Waldeck-Frankneberg seit 22 Jahren Hans-Konrad Trusheim inne. Er kümmert sich darum, dass die 111 Betriebe der Innung ihren derzeit 137 gewerblichen Lehrlingen eine Ausbildung aus einem Guss bieten.

Erste Voraussetzung ist, dass der Azubi für den Beruf des Kfz-Mechatronikers geeignet ist und in den Betrieb passt. Deshalb organisiert die Innung seit 2003 zentrale Eignungstests. Trusheim rührt zusammen mit der Kreishandwerkerschaft an den Haupt- und Realschulen der Region die Werbetrommel für die Veranstaltungen – auch die lokalen Medien berichten.

Zentrale Bewerbereignungstests

Das zahlt sich aus: Bis zu 140 Jugendliche stellen sich dem Test und erfahren, ob eine technische Ausbildung im Kfz-Gewerbe für sie das Richtige ist. Außerdem bescheinigt ihnen ein Zertifikat, wie sie bei dem Test abgeschnitten haben. Das können sie vorlegen, wenn sie sich auf eine Lehrstelle bewerben. Die Betriebe erhalten so einen guten Überblick über die Qualitäten der Kandidaten.

Doch kein noch so guter Test kann allein Auskunft darüber geben, ob ein Bewerber zu einem Betrieb passt. Deshalb empfiehlt Trusheim seinen Betrieben, sich auch die Schulzeugnisse genau anzusehen, sich mit den Jugendlichen ausführlich zu unterhalten und ihre Fertigkeiten im Rahmen eines Praktikums zu überprüfen.

Ein wichtiger Partner im dualen Bildungssystem sind die Berufsschulen. Deshalb steht Trusheim in regelmäßigem Kontakt zu den Lehrern und besucht das Berufsbildungsbildungszentrum. Ein besonderer Termin steht dabei Anfang Dezember auf dem Programm: Der Lehrlingswart überreicht gemeinsam mit Obermeister Frank Maurer und Silke Nagel, Abteilungsleiterin bei der Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg, den Azubis des ersten Lehrjahrs ihren Ausbildungsordner.

Orientierungshilfe durch die Ausbildung

Es handelt sich dabei um weit mehr als nur um eine Möglichkeit, die Ausbildungs- und Kenntnisnachweise aus dem »autoFACHMANN« abzuheften. Integraler Bestandteil sind die Kontaktdaten aller wichtiger Ansprechpartner, die für die Azubis von Bedeutung sind. Trusheim bezeichnet das Werk als „individuelle Orientierungshilfe durch die Ausbildung“, in der zum Beispiele auch Zeugnisse von überbetrieblichen Lehrgänge aufbewahrt werden können.

Ganz neu soll der Ordner auch der Kommunikation mit der Berufschule dienen: Die Lehrer können Fehlstunden und Klassenarbeiten eintragen. Jugendliche, die gemeinsam mit ihrem Ausbilder den Ordner regelmäßig pflegen, können sich sicher sein, dass sie alle Unterlagen für die Gesellenprüfung zusammen haben.

Um die Veranstaltung noch weiter aufzuwerten, möchte die Innung bei der Übergabe der Ordner auch den offiziellen Ausbildungsausweis des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes an alle Azubis überreichen. Schon heute kümmert sie sich darum, dass sämtliche Lehrlinge die kleine Karte erhalten, die ihnen eine Vielzahl von Vergünstigungen bietet.

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