Kfz-Kriminalität Autodiebstähle um fast 20 Prozent gestiegen

Von Doris S. Pfaff 2 min Lesedauer

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2022 stieg die Zahl der Autodiebstähle um fast 20 Prozent. Auch die Zahl der unterschlagenen Fahrzeuge nahm laut BKA weiter zu. Besonderes Interesse zeigten die Täter an hochpreisigen Wohnmobilen und Ersatzteilen – weniger dagegen an Elektrofahrzeugen.

Auf diese brachiale Art verschaffen sich Autodiebe zwar weiterhin Zugang zu Fahrzeugen. Immer häufiger nutzen sie aber technische Mittel, um per Funk die Signale der Schlüssel abzufangen.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Auf diese brachiale Art verschaffen sich Autodiebe zwar weiterhin Zugang zu Fahrzeugen. Immer häufiger nutzen sie aber technische Mittel, um per Funk die Signale der Schlüssel abzufangen.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Die Zahl der Autodiebstähle in Deutschland steigt wieder an. Das geht aus dem Bericht zum „Bundeslagebild Kfz-Kriminalität 2022“ des Bundeskriminalamtes (BKA) hervor.

Demnach wurden im vergangenen Jahr 14.611 Pkw dauerhaft entwendet. Das sind 19,6 Prozent mehr als im Jahr 2021 und auch deutlich mehr als im Vorkrisenjahr 2018. Die Gesamtzahl der Fahrzeuge, die als gestohlen gemeldet wurden, stieg im Jahr 2022 sogar um gut 30 Prozent auf 40.315 Fälle.

Wohnmobile, Lkw und Ersatzteile sind besonders lukrativ

Zugenommen hat zudem die Zahl der dauerhaft gestohlenen Lkw um 15,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Einen besonders starken Anstieg (+148 Prozent) verzeichnete das BKA bei dauerhaft entwendeten Wohnmobilen: Insgesamt wurden 465 Fälle dokumentiert. Als Gründe für den starken Anstieg nannte das BKA die gestiegene Beliebtheit und den hohen Wert der Wohnmobile.

Diese machen Wohnmobile zum attraktiven Diebesgut, ebenso wie Ersatzteile für Fahrzeuge. Die hohe Nachfrage an hochwertigen Komponenten wie Scheinwerfern, Airbags und Sensoren sorgt für ein lukratives Geschäft. Die Täter konzentrieren sich nicht nur auf Einzelteile, sondern entwenden ganze Fahrzeuge, um sie noch innerhalb Deutschlands oder in angrenzenden Nachbarländern zu zerlegen. Die Ersatzteile werden dann vor allem auf dem osteuropäischen Markt verkauft. Aber auch die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) seien ein attraktiver Absatzmarkt für Ersatzteile deutscher Hersteller, so das BKA.

Mehr als die Hälfte der gestohlenen Autos sind deutsche Fabrikate

Ebenfalls weiterhin steigend ist die Zahl der Fahrzeuge, die durch Unterschlagungen entwendet werden, allen voran nach Probefahrten oder nach Ablauf der Leasingfrist. Hier stieg die Zahl um 9,3 Prozent auf 2.384 Fälle und liegt deutlich höher als im Jahr 2018 (1.994 Fälle). Dagegen ist das Interesse der Kriminellen an Elektrofahrzeugen im Verhältnis zum stark gestiegenen Anteil bei den Zulassungen nach Angaben des BKA eher gering.

Der Anteil der deutschen Fabrikate der Hersteller VW, Audi, Mercedes und BMW machte mit gut 45 Prozent fast die Hälfte bei den gestohlenen Fahrzeugen aus. Ein besonderer Anstieg bei den gestohlenen Pkw gab es bei VW (17,5 Prozent) und BMW (14,8 Prozent).

Deutlich gesunken ist dagegen die Summe, die Kfz-Versicherungen zur Entschädigung zahlten: Sie sank laut Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) um 12,6 Prozent auf 187 Millionen Euro und damit auf den niedrigsten Wert seit Beginn der statistischen Erfassung im Jahr 1994.

Die meisten Autos werden in Berlin gestohlen

Das Risiko eines Autodiebstahls ist in Berlin (3.833 Fälle) und Nordrhein-Westfalen (3.286) besonders hoch. Dort gab es laut BKA den höchsten Anstieg. Während auch in fast allen anderen Bundesländern der Fahrzeugdiebstahl deutlich zunahm, ging er in Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Sachsen leicht zurück.

Um Fahrzeuge zu stehlen, greifen die Täter zunehmend zu neuen technischen Hilfsmitteln. Laut BKA registriert die Polizei beispielsweise, dass reisende Tätergruppen nachts mehrere Wohnungseinbrüche in einem Viertel begehen, dort Fahrzeugschlüssel entwenden und dann das dazugehörige Auto stehlen (so genanntes Homejacking).

Schlüssel werden aus Wohnungen gestohlen oder Funksignale abgefangen

Alternativ nutzen sie technische Hilfsmittel wie den „Funkstreckenverlängerer“, mit denen sie Fahrzeuge aus einer größeren Distanz öffnen, indem sie die Funksignale abfangen.

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