Autofahrer als „Melkkuh“ der Nation

Autor / Redakteur: gst/ADAC / Dipl.-Päd. Gerd Steiler

Laut einer aktuellen DIW-Studie kassiert der Staat derzeit viermal mehr Steuern von Autofahrern ab, als er in den Autobahnbau steckt.

Die deutschen Autofahrer zahlen einer Studie zufolge über Kfz- und Mineralölsteuer weit mehr, als der Staat für das Straßennetz ausgibt. Wie die „Financial Times Deutschland“ (FTD) am Donnerstag unter Berufung auf eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) berichtete, decken Pkw-Fahrer die Kosten für Bundes-, Land- und Stadtstraßen zu 208 Prozent und für Autobahnen sogar um 415 Prozent ab. „Der Wegekostendeckungsgrad vor allem beim Pkw ist weiterhin beeindruckend“, heißt es demnach in der Untersuchung.

Die Studie wurde den Angaben zufolge im Auftrag des Automobilklubs ADAC, des Bundesverbands der Deutschen Industrie und des Logistikverbands BGL erstellt. Der ADAC und die beiden Wirtschaftsverbände wollen laut „FTD“ mit der Untersuchung nachweisen, dass Forderungen nach einer Pkw-Maut ungerechtfertigt sind. Schon heute würden die Autofahrer unverhältnismäßig stark zu den Infrastrukturkosten herangezogen, argumentieren die Verbände.

ADAC: Unterfinanzierter Straßenbau ist eine „Mär“

Nach Ansicht des Allgemeinen Deutschen Automobilclubs (ADAC) muss angesichts der DIW-Studie die immer wieder aufflammende Diskussion über die Einführung einer Pkw-Maut in Deutschland endlich beendet werden. Das Hauptargument der Maut-Befürworter, wonach die Autofahrer stärker an den von ihnen durch die Straßennutzung verursachten Kosten beteiligt werden müssten, werde durch die aktuelle Wegekostenstudie des DIW eindeutig widerlegt, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Pressemitteilung des ADAC.

„Wenn es noch eines Beweises für die überproportional hohe Belastung der Autofahrer bedarf, dann liefert ihn diese Untersuchung. Die These, dass zu wenig Geld für den Straßenbau in die Kassen fließt, hat sich als Mär entpuppt“, so ADAC-Vizepräsident für Verkehr Ulrich Klaus Becker anlässlich der Vorstellung der DIW-Studie in Berlin.

Auch das häufig bemühte Argument der Maut-Befürworter, wonach ausländische Pkw-Fahrer mittels einer Maut an den Kosten der Straßennutzung beteiligt werden sollten, ist laut ADAC nicht haltbar. So bezahlten Ausländer über die beim Tanken in Deutschland anfallende Mineralölsteuer doppelt so viel an den deutschen Fiskus wie sie an Kosten verursachen.

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