Autohaus Hülsmeyer ist zahlungsunfähig
Der VW/Audi-Betrieb in Lübbecke hat wegen massiver wirtschaftlicher Probleme Insolvenz angemeldet. Erste Gespräche mit Banken und Herstellern über eine Fortführung des Unternehmens laufen.
Das traditionsreiche VW/Audi-Autohaus Hülsmeyer in Lübbecke-Alswede (Nordrhein-Westfalen) ist aufgrund massiver wirtschaftlicher Probleme zahlungsunfähig. Wie der Online-Dienst der „Neuen Westfälischen Zeitung“ berichtet, musste das 82 Jahre alte Familienunternehmen am vergangenen Donnerstag beim Amtsgericht Bielefeld Insolvenz anmelden. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde den Angaben zufolge der Lübbecker Rechtsanwalt Stefan Meyer bestellt.
Aus der Kanzlei hieß es am Montag, dass die Geschäftsführung der Autohaus Hülsmeyer GmbH das Unternehmen mit „ausdrücklicher Zustimmung“ des Insolvenzverwalters fortführt. Damit seien die Werkstatt- und Serviceleistungen des VW/Audi-Betriebs „weiterhin sichergestellt.“ Laut Meyer ist das Ziel aller Beteiligten eine „dauerhafte Fortführungslösung“ für das finanziell angeschlagene Unternehmen.
Erste Maßnahmen hierfür habe er bereits ergriffen. Nunmehr seien Gespräche mit den Automobilherstellern und beteiligten Banken zu führen. „Von Herstellerseite wurde erste Bereitschaft zur Unterstützung dieser Bemühungen und für den Erhalt des Standortes signalisiert“, sagte Meyer gegenüber der Zeitung. Diese „wohlwollenden Signale“ gäben Anlass zur Hoffung.
Jahrelanges Wachstum mit VW und Audi
Geschäftsführer Horst Hülsmeyer wollte sich bislang noch nicht zu den finanziellen Schwierigkeiten und zur Zukunft des Autohauses äußern. Diese sah vor nicht allzu langer Zeit noch recht rosig aus. Im Oktober 2003 wurde das Autohaus im Zuge einer Gebietsaufteilung zum alleinigen Audi-Händler für den Altkreis Lübbecke bestellt.
Nach dem Ausscheiden eines VW-Händlers aus Lübbecke schloss das Hülsmeyer 2006 auch mit der Volkswagen AG einen Händlervertrag für die Marke Volkswagen Pkw und Nutzfahrzeuge ab. Damit wurde die regionale Marktverantwortung auch für diese Marke auf den Alsweder Betrieb übertragen. Hierauf folgte 2007 der Neubau eines VW-Showrooms, in den das Unternehmen laut Hülsmeyer rund eine Million Euro investierte. Im Zuge des Ausbaus wurde auch die Präsentationshalle für Audi-Modelle modernisiert.
Neben dem Verkauf von Neufahrzeugen gehört ein breit aufgestellter Gebrauchtwagenhandel, eine Werkstatt, ein Pannendienst sowie eine Tankstelle zu den Geschäftsfeldern des Autohauses Hülsmeyer. Von der Insolvenz des Unternehmens betroffen sind den Angaben zufolge insgesamt 28 Mitarbeiter. Deren Gehälter sind laut Insolvenzverwalter Stefan Meyer durch Insolvenzgeldzahlungen bis August 2009 gesichert.
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