Autohaus Krüll: Ein wendiges Schiff

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Schon lange vor manch einem Hersteller oder Importeur hat Krüll begonnen, sowohl seine Neu- als auch seine Gebrauchtwagen nach dem Flatrate-Prinzip zu vermarkten – nicht mehr primär über einen Endpreis, sondern über eine monatliche Mobilitätsrate: „Statt ein Auto mit hohen Rabatten zu verschleudern, ist es kaufmännisch wesentlich sinnvoller, wenn der Kunde eine monatliche Rate bezahlt, die sich nach der Fahrzeugausstattung und dem angebotenen Zubehör, beispielsweise einem Gepäckträger, richtet“, erklärt Stephan Krüll. Mit dieser Vorgehensweise sei zudem eine viel stärkere Kundenbindung gewährleistet.

Die beiden Geschäftsführer arbeiten kontinuierlich daran, die Prozesse im Unternehmen zu verbessern und neue Ideen zu entwickeln. „Es ist immens wichtig, sich trotz seiner Größe schnell dem Umfeld anzupassen. Denn dieses verändert sich schließlich ständig“, betont Stephan Krüll.

Kommunikationswege sind sehr kurz

Um schnell agieren zu können und um Kosten zu sparen, ist die Hierarchie des Unternehmens bewusst flach gehalten. Stabsstellen gibt es nicht, und die Kommunikationswege sind sehr kurz. Das stellt eine Matrix-Struktur sicher.

An deren Spitze stehen die beiden Geschäftsführer. Während Stephan Krüll sich vorwiegend der nicht operativen Unternehmensführung widmet, ist sein Cousin Christian in erster Linie für den operativen Teil zuständig.

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Gleich unter der Geschäftsführung sind die Geschäftsleiter angesiedelt. Sie tragen zum Teil gleichzeitig die operative Verantwortung für ein Fabrikat und für einen Standort. Sie sind vorwiegend „Eigengewächse“ und haben, wie der Ford-Geschäftsleiter Murat Alatas, bereits ihre Ausbildung bei Krüll durchlaufen.

Allerdings holen die beiden Geschäftsführer gerne auch externe Mitarbeiter ins Boot – „um frischen Wind ins Unternehmen zu bringen“, erklärt Stephan Krüll.

Alle Führungskräfte, egal, ob sie aus den eigenen Reihen kommen oder nicht, durchlaufen bei Krüll ein Jahr lang eine Workshop-Reihe. Zusätzlich begleitet sie ein persönlicher Trainer direkt an ihrem Arbeitsplatz. „So stellen wir sicher, dass sie die Unternehmensphilosophie wirklich leben“, sagt Stephan Krüll.

Auch bei seinen Verkäufern hat der Geschäftsführer gute Erfahrungen mit dem Training on the Job gemacht. „Ich stelle mich gerne mal hinter einen Verkaufsberater und schaue ihm bei einem Kundengespräch über die Schulter“, erzählt Murat Alatas.

Gesprächsrunden mit Auszubildenden

„Die Meinung meiner Mitarbeiter und eine intensive Kommunikation sind mir sehr wichtig“, unterstreicht Stephan Krüll. Daher nimmt er sich auch für seine rund 100 Auszubildenden viel Zeit.

Er begrüßt sie nicht nur immer persönlich, sondern lädt sie auch mindestens zweimal im Jahr zu einer gemeinsamen Gesprächsrunde ein. „Nach der anfänglichen Zurückhaltung lernen die Auszubildenden schnell, dass wir einen offenen und ehrlichen Umgang miteinander sehr schätzen und dass er ein fester Bestandteil unserer Unternehmensphilosophie ist“, sagt der Unternehmenslenker. „Fehler zu machen ist bei uns durchaus erlaubt“, fügt Murat Alatas hinzu. Wichtig sei, eine Lösung parat zu haben.

Türen stehen immer offen

Die Türen der beiden Geschäftsführer stehen übrigens immer für die Mitarbeiter offen: „Wir sitzen in gläsernen Büros“, schmunzelt Stephan Krüll. Alle Mitarbeiter sind am Erfolg des Unternehmens beteiligt. Ein festes Weihnachts- oder Urlaubsgeld gibt es nicht. „Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, und wer keine Leistung bringt, ist bei uns nicht an der richtigen Stelle“, betont der Unternehmer.

Die Geschäftsführung setzt eine hohe Flexibilität bei ihren Mitarbeitern voraus: „Wir haben zwar kein Jobrotationsprinzip, aber es kommt öfter vor, dass ein Mitarbeiter in einem anderen Betrieb aushilft“, bemerkt Murat Alatas. Die Tatsache, dass die Abläufe, von markenspezifischen Eigenheiten abgesehen, in allen Betrieben weitgehend identisch sind und dass es ein einheitliches Dealer-Management-System gibt, erleichtert diese Praxis.

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Obgleich der Name Krüll dank seiner 75-jährigen Geschichte fast jedem Hamburger ein Begriff ist, arbeitet das Unternehmen ständig daran, seinen Bekanntheitsgrad weiter zu steigern.

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