Absatzkrise Autohaus Lackermann ist im Insolvenzverfahren

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die eine Hauptmarke gekündigt, die andere auf Schrumpfkurs und dazu noch die Elektro-Zurückhaltung – das Autohaus Lackermann kämpfte 2024 mit vielen Widrigkeiten. Jetzt wurde die Luft für das bald 100-jährige Unternehmen zu dünn.

Der Ford- und einstige Opel-Händler Lackermann aus Wesel hat wegen eines deutlichen Rückgangs im Neuwagengeschäft wirtschaftliche Probleme.(Bild:  Screenshot Lackermann.de)
Der Ford- und einstige Opel-Händler Lackermann aus Wesel hat wegen eines deutlichen Rückgangs im Neuwagengeschäft wirtschaftliche Probleme.
(Bild: Screenshot Lackermann.de)

Das familiengeführte Autohaus Lackermann mit drei Standorten hat am Donnerstag, 30. Januar, beim Amtsgericht Duisburg den Antrag auf ein vorläufiges Insolvenzverfahren gestellt. Das Unternehmen mit zwei Vollfunktionsbetrieben in Wesel und Bocholt sowie einem Servicebetrieb mit Tankstelle in Brünen soll nun saniert werden. Die Ursachen für die wirtschaftliche Schieflage sind vielfältig, wenn auch branchentypisch.

Das Unternehmen, das 1929 in Wesel mit der Reparatur von Fahrrädern, Nähmaschinen und Motorrädern startete, hat in seiner wechselvollen Geschichte zahlreiche Automobilmarken vertreten – beginnend mit DKW seit 1937. Hauptmarke war seit 1962 Opel, doch der Hersteller hatte den Vertrag 2023 gekündigt. Diese Entscheidung verstärkte den bereits spürbaren Absatzrückgang durch die Kaufzurückhaltung der Konsumenten. Diese sei ausgelöst worden durch die wirtschaftliche Unsicherheit und die überraschend gestoppte Prämie für Elektrofahrzeuge, heißt es in einer Mitteilung des Insolvenzverwalters Anchor Rechtsanwälte.

In früheren Jahren war Lackermann noch auf Wachstumskurs gewesen und führte in der Niederrhein-Region, in Xanten, einen weiteren Betrieb. Im Frühjahr 2010 kaufte Lackermann zudem den insolventen „Autopark am Niederrhein“ in Dinslaken. Beide Standorte gehören nicht mehr zur Gruppe.

Die Sanierung von Lackermann soll nun die Rechtsanwältin Sarah Wolf als vorläufige Insolvenzverwalterin vorantreiben. Sie habe bereits Gespräche mit den Mitarbeitenden, der Geschäftsführung sowie wichtigen Verfahrensbeteiligten und Geschäftspartnern geführt, hieß es. Der Betrieb laufe in allen drei Standorten ohne Einschränkungen weiter. Die Gehälter sind durch das Insolvenzgeld der Arbeitsagentur zunächst bis März gesichert.

Rasante Zuspitzung im Jahr 2024

Das Neuwagengeschäft war zuletzt für 45 Prozent des Umsatzes des Unternehmens verantwortlich. Das Jahr 2024 habe Lackermann mit erheblichem Verlust beendet, heißt es von der Insolvenzverwalterin. Genaue Zahlen sind öffentlich noch nicht verfügbar. Die Geschäftsberichte im Bundesanzeiger zeigen aber solide Ergebnisse, auch für das letzte abgelegte Geschäftsjahr 2021/2022. Auslöser für den Insolvenzantrag sei zuletzt eine gescheiterte Verhandlung über einen weiteren Unternehmenskredit gewesen, heißt es im Schreiben des Insolvenzverwalters.

„In den kommenden Wochen wird es darum gehen, weitere Sanierungsmaßnahmen zu erarbeiten und die Suche nach einem Käufer in die Wege zu leiten. In dem Umfeld einer aktuell schwierigen Lage der deutschen Automobilindustrie ist das keine leichte Aufgabe, aber ich bin optimistisch“, erklärt Wolf. Kunden sollten sich zu Fragen der Gewährleistung oder Anzahlungen direkt an den Betrieb richten, wo sie bislang betreut wurden.

Derzeit handelt das Autohaus Lackermann im Neuwagengeschäft noch mit den Marken Ford (seit 2006) und Hyundai (seit 2003). Neben Opel kümmert sich das Unternehmen im Service zudem um die GM-Marken Corvette, Saab, Cadillac und Chevrolet. Das Unternehmen hat rund 100 Mitarbeitende – davon 18 Auszubildende. Inzwischen wird das Autohaus in der dritten Generation von Maik, Andre, Sven und Jörg Lackermann geführt.

(ID:50307125)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung