Am 1. April berichtete »kfz-betrieb« von einer neuen Tankstellenkette, gegründet von familiengeführten Autohäusern. Schnell zeigte die Beschreibung des Konzepts jedoch, dass die Initiative nur eine Erfindung aus tagesaktuellem Anlass war. Tankkosten lasten aktuell zwar schwer auf Verbrauchern. Das beschriebene neuartige Konzept von Tankkrediten war jedoch wohl kaum tragfähig.
Der Verbund familiengeführter Autohaus-Tankstellen Deutschlands existiert nur am 1. April 2026.
(Bild: Google Gemini 3 Pro Image / KI-generiert)
Es gibt keine Initiative familiengeführter Autohäuser zur Gründung einer gemeinsamen deutschlandweiten Tankstellenkette. Bei dem am 1. April 2026 hier auf »kfz-betrieb.de« beschriebenen Konzept handelte es sich um eine Erfindung der Redaktion aufgrund des besonderen Tags.
Zwar mag sich mancher Verbraucher angesichts der aktuellen Spritpreise bald genötigt fühlen, einen Kredit für eine Tankfüllung aufzunehmen. Ob sich daraus jedoch tatsächlich mitsamt allem Bürokratieaufwand jemals ein betriebswirtschaftlich tragfähiges Konzept für Banken und Tankstellenbetreiber – gerechnet auf mehrere Jahre Finanzierungslaufzeit – entwickeln ließe, dürfte zumindest sehr fraglich sein.
Insofern konzentriert sich der im Text genannte Finanzierungspartner, die fiktive Banco Villarriba aus Portugal, auch künftig gemeinsam mit seiner Konzernschwester Banco Villabajo auf die Spülmittelwerbung der 1990er-Jahre, der die beiden Namen entlehnt sind. Beide Namen sind auch vielmehr spanisch als portugiesisch.
In dem Artikel warfen viele der skizzierten Eckpunkte des Tankstellenkonzepts Fragen auf. So wird die Ad-hoc-Entscheidung einer KI in einer Zapfsäule über einen Tankkredit für einen Kunden auf Grundlage des individuellen Gesichtsausdrucks just im Augenblick des Tankens hoffentlich nie Realität. Auch ist es fraglich, ob Verbraucher wirklich über Jahre solche Mikrokredite mit sich herumschleppen wollten; manche Kreditkarte aus der Finanzdienstleistungsbranche mag nicht ganz unähnlich wirken.
Wenig Sinn ergab auch das skizzierte Konzept der Fahrzeugdiagnose von Kundenfahrzeugen während eines Tankaufenthalts, um daraus Werkstattaufträge zu generieren. Denn die dafür genutzten Betonsensoren hatten für derlei Aufgaben gar nicht das nötige Fingerspitzengefühl. Und das lag nicht nur an lokalen Effekten im Erdmagnetfeld im nicht-existenten bayerischen Bad Händling, wo im Artikel ein fiktiver Pilotbetrieb verortet wurde; die Bilder davon waren KI-generiert. Aber: Weder Ortschaft noch Tankstelle gibt es.
Ein weiteres Problem: Als Produzent der Betonsensoren wäre nur ein Unternehmen in Frage gekommen. Es wäre der Zulieferer gewesen, der auch die weitverbreiteten Kolbenrückholfedern für Verbrennungsmotoren, daneben auch die Lufthaken für einen deutschen Industriekonzern sowie W-Lan-Kabel für die Computernetzwerke weltweit und als Marktführer auch die Ersatzblasen für Wasserwagen auf dem ganzen Globus herstellt. Doch dieses Unternehmen stand für den Auftrag nicht bereit.
Sprit-Inzahlungnahme ist Unfug
Unfug war natürlich ebenfalls der beschriebene KI-gestützte Prozess zur Inzahlungnahme von Kraftstoff über Zapfpistolen mit Pumpenfunktion. Die Entwicklung einer solchen Technologie und entsprechender Prozesse ergäbe wahrscheinlich überhaupt keinen Sinn. Auch die Rabattkarte, die Verbraucher bei einer Durchschnittslaufleistung von 20.000 Kilometern pro Jahr über fünf Jahre hinweg nur 60 Euro für einen Werkstattservice oder einen Fahrzeugkauf ansammeln lässt, dürfte wohl kaum eine Katze hinter dem Ofen hervorlocken.
Richtig ist aber, dass eine ganze Reihe familiengeführter Autohäuser in der Vergangenheit – und teils auch in der Gegenwart – mit Tankstellen aktiv war oder ist. Auch der Vater des Verfassers dieses Artikels betrieb einst eine Esso-Tankstelle mit Werkstattanschluss – oder umgekehrt. Es stellt sich allerdings die Frage, ob sich solche Standorte noch einmal wirtschaftlich reaktivieren lassen, wenn die Betreiber sie irgendwann mal stillgelegt haben. Eine solche Reaktivierungswelle bei Autohaus-nahen ehemaligen Tankstellen gibt es also nicht. Zur Branche passt – historisch gesehen – Kraftstoff aus fossilen Rohstoffen aber natürlich. Und „Saft“ aus der Steckdose vielleicht auch. Dieses Konzept hat aber (noch) keine längere Historie.
Feedback von Lesern
Die Redaktion erreichte jedenfalls einiges Feedback zum Verbund der familiengeführten Autohaus-Tankstellen, den es gar nicht gibt. Die meisten Leser waren amüsiert. Das freut uns als Redaktion. Ein Nutzer unseres Online-Newsportals äußerte aber auch Kritik.
Stand: 08.12.2025
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Es ist natürlich legitim, einen solchen Scherz nicht als witzig zu empfinden. Nur lässt sich ganz klar sagen, dass dieser Scherz nicht auf Kosten von Einzelpersonen ging und Verbraucher nicht verhöhnte, sondern – unter anderem – Belastungen für Kunden allgemein aufzeigte, die durch geopolitische Entwicklungen und durch nationale politische Vorgaben geprägt werden. Es bleibt zu hoffen, dass diese Belastungen nicht andauern. Und vor allem, dass sich mancher internationale Konflikt möglichst schnell löst.