Autohaus Thüllen – seit 100 Jahren Autos in Aachen

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Mit Esko Thüllen übernahm 1998 die dritte Familiengeneration das Ruder – zunächst im Service-Bereich. Der zu diesem Zeitpunkt 30-Jährige hatte nach seinem BWL-Studium zuvor Berufserfahrung bei Karstadt sowie bei dem Telekommunikationsunternehmen Otelo gesammelt. Er etablierte in den folgenden Jahren eine Mehrmarkenstrategie in dem Familienbetrieb, kaufte mehrere Betriebe zu und forcierte früh das Online-Marketing.

Auf neun Standorte gewachsen

2000 wurde Saab bei Thüllen eingeführt. 2003 kam Peugeot hinzu – in einen Neubau am Hauptstandort. 2005 unterzeichnete Esko Thüllen einen Hyundai-Partnervertrag. 2017 bot die koreanische Importeurstochter Esko Thüllen ein größeres Marktgebiet am Niederrhein an. Der Händler übernahm vier Hyundai-Autohäuser in Krefeld, Kempen und Moers – damit stieg er in die Top-Fünf der größten deutschen Hyundai-Partner auf. Zuletzt kaufte Thüllen einen Opel-Betrieb in Düren zu.

Obwohl die Thüllen-Gruppe heute mit nunmehr neun Standorten und einem voraussichtlichen aktuellen Jahresumsatz von rund 90 Millionen Euro zu den großen deutschen Autohandelsunternehmen zählt, legt ihr Chef immer noch großen Wert darauf, den Charakter eines Familienbetriebes zu erhalten. Vor vielen Jahren schon hat Esko Thüllen die Notwendigkeit erkannt, Bereiche wie das Marketing, die IT oder auch die Kundenbetreuung zu zentralisieren, nicht zuletzt um einfacher expandieren zu können. „Trotzdem kenne ich die Namen der allermeisten Mitarbeiter“, so der Unternehmer, „die familiäre Atmosphäre ist noch da, die Strukturen darunter sind sicherlich aus dem typischen Familienunternehmen herausgewachsen.“

Kennzeichnend für eine entsprechende Unternehmenskultur sind bei Thüllen unter anderem Verlässlichkeit und Langfristigkeit. Bei den rund 260 Mitarbeitern der Gruppe gibt es eine für Branchenverhältnisse niedrige Fluktuation. Und auch mit Lieferanten und anderen Geschäftspartnern werden ausdrücklich langfristige Geschäftsbeziehungen angestrebt. Dasselbe gilt auch für die Kunden des Autohauses.

Ein weiterer kultureller Kernaspekt ist Transparenz – seit Jahrzehnten bereits können die Kunden in den Betrieben der Thüllen-Gruppe beispielsweise leicht einsehen, was im Servicebereich passiert. In den Bauprojekten der letzten Jahre setzte man diesbezüglich verstärkt auf Glaswände an den entsprechenden Stellen. „Wir sind stolz auf unsere Arbeit und zeigen die auch gerne vor“, sagt dazu Esko Thüllen.

Nach wie vor Vertrauen in Opel

Mit seiner Hauptmarke Opel sieht sich der Händler nach wie vor gut aufgestellt. Der neue Eigentümer PSA habe im Gegensatz zum alten US-Mutterkonzern eine klare Strategie im Hinblick auf CO2-Emissionen. Zudem böten die Franzosen modernere und variablere Fahrzeugplattformen, was sich nicht zuletzt auf das Gewicht der einzelnen Modelle positiv auswirke.

Über alle drei derzeit vertretenen Fabrikate hinweg verkaufte die Thüllen-Gruppe im vergangenen Jahr rund 2.750 Neufahrzeuge. Dazu kamen circa 1.850 Gebrauchtwagen. In diesem Jahr will Esko Thüllen sein Gesamtabsatzvolumen über die Marke von 5.000 Einheiten heben.

Um noch zahlreiche weitere Jubiläen feiern zu können, investiert der Unternehmer kräftig in die Zukunft. Erst kürzlich wurde der Standort in Moers komplett umgebaut. Am Standort Kempen wird gerade ein neues Autohaus gebaut und in Krefeld eine Immobilie hinzugekauft. Ein weiterer Investitionsschwerpunkt ist das Online-Geschäft – derzeit wird die Website der Gruppe einem Relaunch unterzogen, der zum Teil sehr komplexe Funktionalitäten im Bereich Fahrzeugangebote beinhaltet. Und auch für den Ausbau der Ladeinfrastruktur im Hinblick auf die kommende Welle an batteriebetriebenen Fahrzeugen werden Mittel bereitgestellt. Am Hauptsitz in Aachen ist bereits eine 50-kW-Gleichstrom-Ladesäule mit vergleichsweise hoher Ladeleistung in Betrieb.

Es deutet also nichts darauf hin, dass man bei Thüllen angesichts des 100-jährigen Jubiläums in Versuchung gerät, sich auf dem bisher Erreichten auszuruhen.

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