Automobile Studiengänge
Drei deutsche Hochschulen in München, Geislingen und Esslingen erweitern im Laufe des Jahres 2008 ihre Studienangebote rund um das Thema Automobil.
Die Hochschule für angewandte Wissenschaften (FH) in München startet zum Sommersemester 2008 den neuen Bachelor-Studiengang „Automobilwirtschaft“. Es handelt sich um ein Wirtschaftsingenieurstudium, das technische und wirtschaftliche Fähigkeiten und Methoden miteinander kombiniert. Der technische Schwerpunkt liegt auf den Gebieten Fahrzeugtechnik und Automobilproduktion. Absolventen können beispielsweise in der Materialwirtschaft und Logistik, im technischen Einkauf, in der Produktion oder in der Qualitätssicherung arbeiten.
Prof. Dr. Reinhard Koether, einer der Initiatoren des neuen Studiengangs, sieht für München einen entscheidenden Standortvorteil: „Die ganze Welt kennt die Autos von Audi, BMW, Mercedes und Porsche und auch die Lastwagen von MAN und Daimler. Konzernzentralen, Entwicklungszentren und wichtige Produktionswerke dieser weltweit führenden Unternehmen sind maximal 300 Kilometer von unserer Hochschule entfernt.“
Eigener Studiengang Automobilwirtschaft
Die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) in Nürtingen-Geislingen genießt schon seit Längerem einen guten Ruf in der Kfz-Branche. Nun baut sie ihr automobilwirtschaftliches Studienangebot deutlich aus. Bislang konnte man an der HfWU Betriebswirtschaftslehre mit dem Vertiefungsfach „Automobilwirtschaft“ studieren. Ab dem kommenden Wintersemster bietet die Hochschule einen eigenständigen Studiengang „Automotive Business“ an.
Damit deckt sie nach eigenen Angaben künftig alle Themen entlang der automobilwirtschaftlichen Wertschöpfungskette von der Zulieferindustrie über die Automobilhersteller bis zum Automobilhandel ab. Künftige Absolventen sollen nach sieben Semestern den Abschluss Bachelor of Arts (B. A.) erhalten. Innerhalb von weiteren drei Semestern können sie den Titel Master of Science (M. Sc.) erwerben.
Die HfWU hat angekündigt, ihre Lehrkapazitäten für beide Studiengänge deutlich auszubauen. So hat sie zwei zusätzliche Professorenstellen mit automobilwirtschaftlichem Profil ausgeschrieben: eine für Unternehmensführung und eine für Produktions- und Entwicklungsmanagement. Bislang vermitteln in Geislingen hauptsächlich Professor Dr. Willi Diez und Professor Dr. Stefan Reindl automobilwirtschaftliches Wissen.
An Studieninteressenten, die bereits im Berufsleben stehen, richtet sich ein Angebot der Technischen Akademie Esslingen (TAE). Sie bietet in Zusammenarbeit mit der FH Südwestfalen berufsbegleitende Studiengänge der Fachrichtungen Maschinenbau, Mechatronik und Wirtschaft an.
Studium parallel zum Beruf
So haben Berufstätige die Chance, mit einem akademischen Abschluss ihre Karrierechancen zu verbessern, ohne mindestens drei Jahre lang auszusteigen und auf ihr Gehalt zu verzichten. Unternehmen können die berufsbegleitenden Studiengänge gezielt zur Personalentwicklung einsetzen. Sie halten den talentierten Nachwuchs im Haus und qualifizieren ihn weiter.
Praktiker (auch ohne Abitur), die sich im Beruf bewährt haben, erhalten die Möglichkeit, zu studieren. Abiturienten, die nach der Schule einen Ausbildungsberuf erlernen, können parallel oder im Anschluss ein Studium beginnen.
Die sieben- oder achtsemestrige akademische Ausbildung führt zu einem staatlich anerkannten Abschluss. Die Studierenden arbeiten selbstständig mit den speziell für berufsbegleitende Studiengänge entwickelten Unterlagen. Jeden zweiten Samstag treffen sich die Kommilitonen bei Präsenzveranstaltungen an der TAE in Ostfildern (bei Stuttgart).
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