Autonome Lkw-Konvois auf dem Weg nach Holland
Autonomes Fahren ist nicht nur für Autobauer ein wichtiges Thema. Auch die Nutzfahrzeug-Branche testet selbstfahrende Lkw.

Nach Daimler und anderen Herstellern hat auch die VW-Tochter MAN am Montag in München ihr Konzept für elektronisch aneinander gekoppelte Lastwagen vorgestellt. Beim sogenannten „Platooning“ (zu deutsch etwa: Kolonne fahren) fahren mehrere Lkw in einem Konvoi – die Brummis werden per Computer gesteuert, eine W-Lan-Verbindung überwacht Abstand und Richtung. So nutzen die Fahrzeuge etwa den Windschatten des voranfahrenden Lkw, um Sprit zu sparen. Fahren Lkw bei 80 km/h normalerweise mit einem Sicherheitsabstand von 50 Metern, brauchen sie im vernetzten Konvoi nur noch 15 Meter Abstand voneinander.
Europaweit arbeiten Hersteller wie Scania, Volvo, DAF, MAN und Daimler in der „EU-Truck-Platooning-Challenge“ zusammen, mit der die niederländische EU-Ratspräsidentschaft diese Konvois fördern will. Daimler hatte Ende März auf einer Autobahn bei Düsseldorf einen solchen autonom steuernden Konvoi fahren lassen. Am Montag Vormittag sind die sechs wichtigsten Lkw-Hersteller mit ihren autonom fahrenden Kolonnen zu einer Sternfahrt nach Rotterdam aufgebrochen, wo sie am Mittwoch erwartet werden.
„Das automatisierte Fahren wird sich ähnlich schnell verbreiten wie Smartphones“, sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt am Montag in München anlässlich der MAN-Veranstaltung.
Nach Einschätzung von VW-Nutzfahrzeugchef Andreas Renschler ist die Einführung des Platooning bis 2020 „technisch denkbar und machbar“. Nötig sei dafür jedoch auch der politische Wille: Die digitale Infrastruktur müsse ausgebaut werden. Außerdem gelte es, bestehende Regelungen zu Ruhezeiten und Mindestabstand zu überdenken.
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