Autonome Mercedes sollen im Zweifel immer den Fahrer schützen

Autor Christoph Seyerlein

Wen sollte ein autonomes Fahrzeug bei einem unvermeidbaren Unfall schützen? Während mittlerweile sogar eine Ethikkommission darüber diskutiert, scheint für Daimler die Antwort auf der Hand zu liegen.

Mercedes-Ingenieur Hugo: „Wir glauben, dass die Frage nach der Ethik nicht so relevant sein werden, wie die Menschen heute denken. Sie wird sich kaum einmal stellen.“
Mercedes-Ingenieur Hugo: „Wir glauben, dass die Frage nach der Ethik nicht so relevant sein werden, wie die Menschen heute denken. Sie wird sich kaum einmal stellen.“
(Bild: Daimler)

Es ist eine der komplexesten Fragestellungen auf dem Weg zum autonomen Fahren: Wen soll ein Roboterauto schützen, wenn sich ein Crash nicht mehr vermeiden lässt? Den Fahrer oder doch den Unfallgegner? Die Meinungen dazu gehen auseinander, seit Ende September beschäftigt sich in Deutschland sogar eine eigene Ethikkommission mit der Thematik.

Für den Autohersteller Mercedes scheint die Antwort dagegen bereits jetzt festzustehen: Autonome Fahrzeuge sollen im Zweifelsfall immer den Fahrer schützen. „Wenn das Auto zumindest ein Leben retten kann, sollte es das auch tun. Es sollte die Person im Auto selbst schützen“, sagte Christoph von Hugo, Abteilungsleiter für aktive Sicherheit bei Daimler, gegenüber dem britischen „Auto Express“.

Von Hugo argumentierte, dass solche Unfallszenarien sehr komplex seien, aber dennoch die größte Chance darin bestünde, das Leben des Fahrers zu retten. Grundsätzlich seien diese Situation aber sowieso sehr unwahrscheinlich, sagte der Daimler-Ingenieur weiter. Autonome Fahrzeuge würden ja gerade für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen und deswegen höchst selten in Unfälle verwickelt sein.

„Wir glauben, dass die ethischen Fragen nicht so relevant sein werden, wie die Menschen heute denken. Sie werden sich kaum einmal stellen“, zitiert das Magazin von Hugo. Es sei eine der Hauptaufgaben der Entwickler, solche Szenarien von vornherein zu vermeiden.

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