Autoscout 24 gibt Werkstattportal ab

Autor / Redakteur: Jens Rehberg / Jens Rehberg

Autoscout 24 ist im Vermittlungsgeschäft von Serviceleistungen einer der führenden Player. Trotzdem will das Unternehmen sein Werkstattportal jetzt verkaufen.

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(Foto: ZF)

Autoscout 24 will sein Werkstattportal verkaufen. Im Zuge der strategischen Neuausrichtung der Scout-24-Gruppe fokussiere sich Autoscout 24 auf sein Kerngeschäft, den Fahrzeugmarkt, teilte eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage von »kfz-betrieb« mit. Aus diesem Grund solle das Werkstattportal in eine separate Gesellschaft ausgegliedert und ein externer Investor gesucht werden. Eine finale Entscheidung gebe es zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht.

Wie die Scout-24-Holding Ende September im Rahmen der Veröffentlichung ihrer Finanzergebnisse bekannt gegeben hatte, habe das Werkstattportal im Geschäftsjahr 2013 mehrere Millionen Euro Verlust gemacht. Daher wolle man das Geschäft entweder veräußern oder abwickeln, hieß es damals. Eine Schließung des Werkstattportals schloss eine Sprecherin auch auf aktuelle Nachfrage nicht aus. Autoscout 24 äußerte sich jedoch nicht dazu, was das für Werkstattpartner bedeuten würde, die ein längerfristiges Abo abgeschlossen haben.

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Alternative: Das Werkstattportal Drivelog

Sollte das Autoscout-24-Werkstattportal tatsächlich vom Netz genommen werden, stünde das Bosch-Portal Drivelog in Bezug auf den Kundentraffic einsam an der Spitze des verbliebenen Anbieterfeldes. Drivelog-Geschäftsführer Florian Bankoley sagte auf Anfrage von »kfz-betrieb«, auf seinem Werkstattportal hätten sich mittlerweile 250.000 User mit ihrem Fahrzeugprofil registrieren lassen. Dass dieser Userstamm das Angebot auch aktiv nutzt, zeigt die Zahl von über 350.000 Visits (Besuchen) pro Monat auf der Drivelog-Homepage – das ist ein Vielfaches der Traffics, den die kleineren Werkstattportale ihren Servicepartnern bieten können.

Die konkrete Zahl an vermittelten Werkstattaufträgen will Florian Bankoley allerdings nicht herausgeben. Die Zahl an Aufträgen pro Werkstattpartner schwanke sehr stark je nach Grad des Engagements – damit ist die Qualität und der Umfang des Angebots des jeweiligen Werkstattpartners gemeint sowie die Buchungsklasse. Bei Drivelog ist ein kostenloser Werkstatteintrag möglich, bei dem dann allerdings acht Prozent des vermittelten Nettoumsatzes abgegeben werden müssen. Wird ein Abo gebucht, das 20 oder 50 Euro im Monat kostet, beträgt die Provision fünf Prozent des Nettoumsatzes und das Angebot des jeweiligen Servicepartners wird hervorgehoben präsentiert.

Derzeit sind bei Drivelog rund 8.000 Werkstattpartner registriert.

Unterdessen hat der Präsident des Kfz-Landesverbands Baden-Württemberg, Harry Brambach, den angekündigten Rückzug von Autoscout 24 aus dem Werkstattgeschäft kommentiert. Der Verband hoffe, „dass das Thema preisgetriebene Werkstattportale damit in der Versenkung verschwindet“. Der Werkstattkunde wisse sehr genau, „dass er mit dem Auto sein Leben und das seiner Familie in fremde Hände gibt, da muss Vertrauen zwischen allen Beteiligten herrschen“. Viele Kunden würden ein Auto gerne mit Rabatt kaufen, die Werkstatt allerdings stets mit Bedacht aussuchen.

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